Zehn Alben aus 2011

Um den Jahresabschluss 2011 zu komplettieren, hier meine zehn liebsten Alben.

 

10. DJ Shadow – The Less You Know, The Better

Jaja, die E-Gitarren sind grenzwertig, aber alle anderen Kritikpunkte will ich einfach nicht verstehen. The Less You Know, The Better ist eindeutig näher an den frühen Meisterwerken als The Outsider. Gerade die ruhigen Songs können es mit so manchem Klassiker von Private Press aufnehmen. Und Give Me Back The Nights ist unheimlicher als jeder Song auf David Lynchs Album.

 

09. Manchester Orchestra – Simple Math

Simple Math ist eindeutig umspannender, um nicht zu sagen schlechter, als sein Vorgänger Mean Everything To Nothing. Wenn man das erst mal verkraftet hat, ist es immer noch ein großes Album – was nicht an Streichern und fetter Produktion liegt, sondern an einem Frontmann, der mit gerade Anfang Zwanzig so uneitlen und persönlichen Alternativerock spielt, wie sonst niemand zurzeit.

 

08. The Roots – Undun

Endlich mal wieder ein The Roots-Album, das mehr als nett ist. Endlich mal wieder ein Hiphop-Album, das statt Lückenfüllern nur Hits (ok, und eine Klassik-Eskalation) vorzuweisen hat. Und das es schafft, seinen tonnenschweren konzeptuellen Überbau einer rückwärts erzählten Lebensgeschichte  in leichtfüßigen 36 Minuten rüberzubringen.

 

07. The Black Keys – El Camino

Gewollt partytauglich und vielleicht gerade deshalb nicht ganz so gut wie sein Vorgänger Brothers. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. The Black Keys bleiben das Maß aller Dinge in Sachen groovender Verarbeitung der Rockgeschichte.

 

06. La Dispute – Wildlife

Ich wollte gegen den Hype sein, musste ihm aber schließlich zustimmen: Das hier ist endlich mal eine frische Welle im (Post-)Hardcore und zudem textlich neu und spannend. Wo alle anderen nur extrem laut sind, sind  La Dispute vor allem unglaublich nah.

 

05. Thrice – Major/Minor

So platt das klingen mag: Thrice gehören zu den Guten. Und: Sie können einfach keinen schlechten Song, geschweige denn ein schlechtes Album aufnehmen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass sie bald für längere Zeit pausieren. Sie haben es sich verdient. Und sie verabschieden sich ja noch persönlich auf dem Groezrock.

 

04. Death Cab For Cutie – Codes And Keys

Meine erklärte und definitive Lieblingsband. Und das nicht (nur) aus Nostalgiegründen, sondern gerade wegen Alben wie Codes And Keys. Gewandelte Stimmungslage, veränderte Songstrukturen und elf weitere Gesangsmelodien für die Ewigkeit.

 

03. Eastern Conference Champions – Speak-Ahh

Endlich wieder eine Band, die mich zuerst live überzeugt hat. Mit drei Bandmitgliedern – davon zwei Gitarristen – haben sie den Get Up Kids fast (aber nur fast!) die Show gestohlen. Erst dachte ich, so würden Coldplay klingen, wenn sie anfangen würden gute Songs zu schreiben. Später kamen mir  Menomena, The Cooper Temple Clause und Radiohead mit lauten Gitarren in den Sinn. Aber irgendwie trifft es das alles nicht.

 

02. Cloud Control – Bliss Release

Cloud Control sind nicht hipp genug für die Indieszene und nicht psychedelisch genug für die Hippieszene und machen trotzdem alles richtig. Am schönsten ist aber, dass sie Adjektive hervorrufen, für die man sich eigentlich schämen muss. Kostprobe: Verträumt, schwelgend, luftig…

 

01. Touché Amoré – Parting The Sea Between Brightness And Me

Hardcore mit Selbstreflexion statt Prolloattitüde – das überzeugt mich auf der Kopfebene. Aber zuallererst ist da diese wahnsinnige Energie, die mich immer noch wegbläst. 20 Minuten echte Gefühle und das erste Hardcore-Album überhaupt, das ich zur persönlichen Platte des Jahres kröne.