Happy Birthday, Johnny!

An diesem Sonntag würde Johnny Cash 80 Jahre alt werden. Wie viele Gleichaltrige, habe ich Cash erst mit seinen American Recordings wirklich kennen- und liebengelernt. The Man Comes Around war der erste Song, den ich als DJ aufgelegt habe. Um ehrlich zu sein, bin ich auch erst mit Album IV eingestiegen und hab mich dann mehr oder weniger intensiv durch die vorherigen Platten und Jahrzehnte gearbeitet. Geholfen haben auch James Mangolds Blockbuster Walk The Line und Reinhard Kleists Comicbuch I See A Darkness. Beides tolle Verneigungen vor einer außergewöhnlichen Biografie.

Da die American Recordings mein Einstieg waren und ich sie, wie eigentlich jeder außer Eels-Mastermind Mark Oliver Everett, für den Höhepunkt von Cashs Karriere halte, kommen hier meine zehn – zugegebenermaßen ziemlich mainstreamigen – liebsten Songs seiner Spätphase.

 

10.. I’ve Been Everywhere (Geoff Mack-Cover)

Neben Tennessee Stud wohl der einzige wahre Partyhit seiner Spätphase und der klassischste Countrysong diese Liste. Steht vor allem stellvertretend für Cashs Leistung, Leuten wie mir die Ohren für Country geöffnet zu haben.

 

09. Solitary Man (Neil Diamond-Cover)

Wenn man ein Wort finden müsste um heute Johnny Cashs Leben zu beschreiben, wär solitary vielleicht das beste: Eigenbrötlerisch, einsam, einzeln. Aber auch abgeschlossen.

 

08. I Hung My Head (Sting-Cover)

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das Original von Sting bis heute nicht gehört habe. Vielleicht auch gut so, kann einer der stimmungsvollsten Johnny Cash-Songs so doch ganz für sich stehen.

 

07. Rusty Cage (Soundgarden-Cover)

Chris Cornell hat natürlich völlg recht, wenn er sagt, dass Cash aus seinem guten, aber belanglosen Lied etwas ganz Neues und ganz Besonderes gemacht hat.

 

06. I Won’t Back Down (Tom Petty-Cover)

Ausnahmsweise ist Cashs Neuinterpretation gar nicht die offensichtlich bessere Version als das Original. Einfach ein simples Cover, dass durch seine Reduziertheit und natürlich durch Cashs Stimme überzeugt.

 

05. In My Life (The Beatles-Cover)

Wie soll ich jetzt nicht mit superlativen um mich werfen? Also ganz nüchtern: Johnny Cash covert die Beatles. Ausrufezeichen.

 

04. God’s Gonna Cut You Down (Traditional)

Eine Kühlschranktür wird zugeknallt, wieder aufgezogen, zugeknallt und wieder aufgezogen. Metallwerkzeug knallt gegen Wände. Allein schon für seine Interpretation von God’s Gonna Cut You Down ist das Stück A Tribute To Johnny Cash im Bochumer Schauspielhaus sehenswert.

 

03. One (U2-Cover)

Schade für die Leute, die vor lauter Bono-Bashing dieses Wahnsinnslied nicht in seiner vollkommenen Schönheit genießen können. Eines der besten Lieder, wenn um 5h das Licht angeht und Männer bereit sind, sich bierselig in den Armen zu liegen.

 

02. The Man Comes Around

Das einzigen von Johnny Cash selbst verfasste Stück in dieser Liste und der Song mit dem bei mir alles losging: Meine Leidenschaft für Cash und meine Leidenschaft für das musikalische Untermalen von Kneipenabenden.

 

01. Hurt (Nine Inch Nails-Cover)

Trent Reznors Originalversion ist schon großartig. Aber Johnny Cash und Rick Rubin machen Hurt zu einem der besten Songs überhaupt. Gleiches gilt für das Video, das es schafft der Größe des Songs  tatsächlich gerecht zu werden – im Gegensatz zu meinen Worten.

 

Jeden dieser Songs und noch so einiges mehr von Johnny Cash und Künstlern, die er mehr oder weniger offensichtlich inspiriert hat, gibt es Samstagnacht ab 24h im Freibeuter in Bochum.