Das Vitamin B12 Problem

…ist ein Problem.

In meinem ersten Blog Artikel habe ich geschrieben, dass ich hier in meinem Blog keinen mahnenden Zeigefinger heben werde. Also kein DuDuDu….

Doch ein paar Artikel auf den Seiten des VEBU-Deutschland haben dazu geführt meine Meinung diesbzgl. zu ändern. Allerdings geht es jetzt nicht darum für ein veganes Leben zu werben. Vielmehr bin ich schockiert, wie viele vegan lebende Menschen recht leichtfertig mit ihrer Gesundheit umgehen und so für potenzielles Futter für die – ich nenne es mal scherzhaft – „Anti-Vegan-Bewegung“ und alle vorhandenen Klischees liefern.

So wurde im Artikel „VEBU – Vitamin B12“ aufgezeigt, dass Veganerinnen und Veganer in vielen Studien eine unzureichende Vitamin-B12-Versorgung aufweisen. Aber auch viele Lakto-(Ovo-)Vegetarierinnen und -Vegetarier sind nicht ausreichend mit Vitamin B12 (Cobalamin) versorgt. In einer Studie wiesen 65 % der lakto- (ovo-) vegetarisch und 83 % der vegan lebenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen erheblichen Vitamin B12-Mangel auf (die Verweise sind in dem aufgezeigten Artikel zu finden). Im Artikel „VEBU – Vitamin-B12-Studie: Jetzt beginnt das Zähneputzen“ wird ebenfalls, eine recht aktuelle, Studie zum Thema aufgeführt. Auch hier wurde nachgewiesen, dass viele Veganerinnen und Veganer unzureichend mit Vitamin B12 versorgt sind.

Warum finde ich das erschreckend? Es wurde und wird an vielen Stellen darauf hingewiesen, dass eine vegane Ernährung ohne die ausreichende Zufuhr von Vitamin B12 über angereicherte Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel den Tagesbedarf an Vitamin B12 zu null Prozent deckt. Das bedeutet, dass mit herkömmlichen pflanzlichen Lebensmitteln keine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12 erreicht wird. Vitamin B12 ist praktisch nun einmal ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten. Die in pflanzlicher Nahrung teilweise vorkommenden Spuren von Vitamin B12 reichen für eine ausreichende Versorgung an Vitamin B12 nicht aus.
Warum geht man dann so leichtfertig mit seiner eigenen Gesundheit um? Es mag sein, dass man anfänglich noch keine Mangelerscheinungen merkt. Doch leider macht sich ein Vitamin B12-Mangel nicht über Nacht bemerkbar, sondern mit einer zeitlichen Verzögerung. Daher sollte man konsequent von Anfang an auf eine ausreichende Vitamin B12-Versorgung achten.

Der eigenen Gesundheit zu liebe!

Ich persönlich decke meinen Bedarf an Vitamin B12 sowohl mit Nahrungsergänzungsmittel als auch mit angereicherten Lebensmitteln. Bisher waren alle Blutuntersuchen der letzten Jahre in Ordnung. Und die typischen (offensichtlichen) Mangelerscheinungen wie allgemeine Schwäche, Ermüdbarkeit, Schwindel und blasse Haut sind bisher auch nicht aufgetaucht.

Auf den Internetseiten des  VEBU-Deutschland findet man eine Liste mit Nahrungsergänzungsmittel und eine (nicht abgeschlossene) Liste mit angereicherten Lebensmitteln.

Vegetarische Ernährung - Markus KellerWer tiefer in die Thematik einsteigen möchte sollte einen Blick in das Buch „Vegetarische Ernährung“ von Markus Keller und Claus Leitzmann werfen. In mehreren Ausgaben von Kochen ohne Knochen findet man zudem sehr sympathische Interviews mit dem Autor des Buches. Auch hier lohnt sich ein Blick.

Übrigens wird ein Vitamin B12-Mangel nicht nur bei Veganerinnen und Veganern beobachtet. Laut dem Deutschen Ärzteblatt gehören zu den Risikogruppen auch ältere Personen, Schwangere sowie Patienten mit Nieren- oder intestinalen Erkrankungen oder Personen mit HIV-Infektion. Ein funktioneller B12-Mangel ist im Alter weit verbreitet und wurde bei 10 bis 30 % der älteren gesunden Personen über 65 Jahre diagnostiziert. Den entsprechenden Artikel findet man hier.

 

Bild: Fotos von meinem Buch