Anti-Flag – Konzertbericht

Anti-Flag, Red City Radio – Altenberg, Oberhausen, 16.04.2012

Red City Radio - BassistMeine erste Band an diesem Abend waren Red City Radio aus den USA. Bisher kannte ich nur ein paar Songs der vier Jungs aus Oklahoma City. Schnell musste ich jedoch feststellen, dass ich hier noch enormen Nachholbedarf habe. Mitreißender, rauer aber melodiöser Punkrock mit ordentlich Tempo, vielen singalongfähigen Passagen in den Songs und mehrstimmigen Vocals. Erinnert an? Genau. Wer Bands wie Hot Water Music, Banner Pilot, Latterman, Dillinger Four oder Nothington mag sollte sich diese Band auf jeden Fall mal anhören. Mich würde es übrigens nicht wundern, wenn in der Geburtsurkunde von Red City Radio Gainesville, Florida eingetragen wäre.

Der Sound war übrigens ordentlich. Die Gesänge aller drei Frontmänner saßen ebenso wie die knackige Instrumentenarbeit. Hier gab es nicht zu meckern. Im Gegenteil. Die Jungs lieferten eine eindrucksvolle energiegeladene Show. Selten hat mich eine Band bei ihrem für mich Live-Debüt derart beeindruckt.

Zwanzig Minuten Später kamen dann Anti-Flag auf die Bühne. Nun hatte ich das Quartett aus Pittsburgh schon lange nicht mehr live gesehen und war daher gespannt, ob die vier Jungs auf der Bühne immer noch ordentlich rocken würden.. Und ich wurde nicht enttäuscht. Kaum auf der Bühne, verwandelte sich das Altenberg schon in ein Tollhaus.

Die Jungs spielten ein solides Set aus Songs vom neuen Album „The General Strike“ und nahezu allen alten Hits. Das im Schnitt sehr junge Publikum tanzte ausgelassen mit, konnte fast jeden Song mitsingen, pogte munter umher und machte auch die üblichen „Raise your fist“ und „Show me your middlefinger“ Spielchen begeistert mit.

Anti-Flag - Bassist Chris BarkerDie Band selbst spielte alle Songs souverän runter. Leider war der Gesang von Justin Sane oftmals etwas leise, so dass seine Stimme recht häufig unterging. Für mich persönlich war das auch gar nicht so schlimm. Dieser Abend hat mal wieder gezeigt, dass Bassist Chris Barker nunmehr endgültig zum Frontmann der Band avanciert ist. Er übernimmt nahezu zu 90 Prozent die Kommunikation mit dem Publikum und auch immer mehr Gesangparts in den Songs. Er war auch der einzige der drei Saitenzupfer, der die große Altenberger Bühne komplett ausnutzte, um Löcher in die Luft zu treten, zu hüpfen, zu rennen und eine wirklich gute Show hinlegte. Übrigens ohne dabei seinen Bass zu vergessen.

Zudem gaben sich die Jungs wie eh und je von ihrer sympathischen und aufmerksamen Seite. Wenn jemand im Publikum fiel und die Band dies bemerkte, wurde sofort eine kurze Pause eingelegt und nach Licht gerufen.

Den letzten Song der Zugabe bestritten Drummer Pat Thetic und Chris Barker dann komplett im Publikum. Zwei freundliche Punkrocker zum Anfassen, die noch einmal zeigten, dass Punkrock in ihren Augen eine große Familie ist.

Fazit: Eine große Punkrockparty, die wohl jeden Zuschauer begeistern konnte.