Queensday Festival 2012 – Rückblick

Queensday Festival 2012, Venlo, Holland, 30.04.2012

Queensday Festival 2012Dieses Jahr führte unsere jährliche Konzertreise zum ersten Mal nach Venlo zum diesjährigen Queensday Festival. Für sage und schreibe 8,50 Euro gab es zumindest auf dem Papier ein super Line-Up. Puh, wenn ich daran denke, dass man für die großen Festivals mittlerweile über 150,- Euro für ein Wochenende oder 70,- Euro für einen Festivaltag hinlegen muss, ist das Queensday Festival ja ein echtes Geschenk. Tja, und es gibt Geschenke über die man sich richtig freut und so schnell auch nicht wieder vergisst. Und dieses Festival werde ich definitiv so schnell nicht wieder vergessen. Nun bin ich aber auch kein Freund von großen Festivals und Massenevents. Was jedoch nicht im hohen Preis begründet liegt. Ich liebe es klein und familiär. Den Bands in die Augen zu schauen, die Bands im Publikum sehen. Sehen, wie die Bands sich mit den Leuten unterhalten oder mit den Besuchern auf dem Parkplatz ein Bierchen trinken. Hier fühle ich mich wohl.

Insgesamt wurden 12 Stunden Musik auf drei Bühnen geboten. Davon eine sogar Open-Air. Los ging es für uns mit einem Chuck Ragan Solo-Set auf der kleinen Indoor-Bühne. Mit klein meine ich wirklich klein. War der Raum doch insgesamt nicht größer als unser Wohnzimmer. Begleitet wurde Chuck von seinen beiden ständigen Begleitern Jon Gaunt und Joe Ginsberg. Hin und wieder sprang zudem noch Dave House ans Mikro. Gewohnt guter Auftritt mit viel Herz und Emotion. Dave House machte dann da weiter wo Chuck Ragan aufgehört hat. Denn auch Dave House zeigte was eine gute Show braucht. Energie, Herzblut und ein paar lustige Sprüche über das Schminken und Küssen in der ersten Reihe..

Leider mussten wir aufgrund des angesetzten Timetables den kleinen Saal frühzeitig verlassen. Denn Nothington stimmten bereits auf der Außenbühne bei strahlendem Sonnenschein ihre Gitarren. In den nächsten 45 Minuten folgte dann ein mitreißender Auftritt. Rauer teilweise rockiger Punkrocksound voller Kraft und Melodien. Beide Sänger brillieren mit ihren markanten Stimmen und die Rhythmusmaschine brachte alle in Bewegung. Und dann war auch schon alles wieder vorbei. Schade. Definitiv der Highlight des Tages. Ich freue mich schon auf das Konzert am 16.05 in Köln.

Ohne Pause ging es dann in der „großen“ Halle weiter mit Blackup. Jeder Song der vier Jungs aus Belgien ging einfach nur nach vorne. Treibender frischer und intensiver Post-Punkrock. Unglaublich geile Gitarrenriffs und extrem cooler Gesang. Ihr Erstlingswerk Ease & Delight war schon klasse. Dieser Auftritt ebenso. Man, leider habe ich die gemeinsame Tour mit den Hot Snakes im Dezember verpasst. Doch das hier war mehr als eine Entschädigung.

Es folgten anschließend die Cobra Skulls und The Copyrights. Beide Bands legten ebenfalls eine gute Show hin. Bei den Copyrights ging die Menge auch zum ersten Mal an diesem Tag richtig ab. Wohingegen bei den Cobra Skulls das Publikum eine kurze Pause einzulegen schien. Was aber definitiv nicht am Auftritt der drei Jungs lag. Dennoch gingen beide Auftritte leider an mir vorbei. Irgendwie war ich immer noch von den beiden vorherigen Shows gefangen.

Hot Water MusicNach einer endlos langen Stunde kamen dann gegen 22.00 Uhr endlich und sehnsüchtig erwartet Hot Water Music auf die Bühne. Und das Warten hatte sich gelohnt. Der Sound war zwar recht bescheiden. Aber schon nach den ersten Akkorden des Openers – natürlich Remedy – sprang der Funke rüber. Die vier Jungs aus Gainesville zeigten wie immer eine schweißtreibende Show. Kraftvoll und voller Emotionalität. Neben vielen alten Hits, die letzte Scheibe liegt nun auch schon acht Jahre zurück, haben die Jungs auch ein paar Songs des neuen Albums Exister (Veröffentlichung am 14.05) aus dem Ärmel geschüttelt, die sich nahtlos in das Gesamtwerk der Band einfügen. Toller Gig, der Lust auf mehr gemacht hat. Zum Glück sind die Termine für die weitere Tour schon gesetzt.

Müde und kaputt ging es wieder zurück ins heimische Duisburg. Hinter uns lag ein langer Tag und ein super Festival mit vielen tollen Bands.