Nothington – live in Köln

Nothington, All Aboard!, Stand Fast – MTC, Köln,  16.05.2012

Nothington KonzertposterVor rund zwei Wochen habe ich die vier Jungs aus San Francisco in Venlo im Rahmen des Queensday Festivals live gesehen. Dort hat mich das Quartet dermaßen begeistert, dass ich den Auftritt im Kölner MTC kaum noch erwarten konnte. Zumal das Kölner MTC immer eine gute Adresse für ein nettes Punkrockkonzert ist. Klein, gemütlich, heiß und schmuddelig.

Meine Vorfreude wurde allerdings durch eine mehr als 45minütige Parkplatzsuche ein klein wenig getrübt. Grrh. Von Stand Fast, der ersten Band des Abends, habe ich daher nur noch die letzten Akkorde gehört. Schade. Doch Zeit zum Trübsal blasen gab es nicht. Denn nach nur einer kurzen Umbaupause standen dann All Aboard! aus Mönchengladbach auf der Bühne. Die ersten Songs waren noch etwas holprig. Doch die vier Jungs konnten sich von Song zu Song steigern. Und so gab es noch ein Menge Punkrock mit einigen eingängigen Riffs und vielen mitsingtauglichen Parts in fast allen Songs. Das alles erinnerte schon ein klein wenig an Nothington. Daher war dieser Auftritt eine prima Einstimmung auf den dann folgenden Auftritt von Nothington. Und der war einfach unglaublich.

Kaum auf der Bühne wurde auch schon ein Hit nach dem anderen gespielt. Wie auf den bisherigen drei Platten wussten die vier Jungs auch live hundertprozentig zu überzeugen. An den Live-Qualitäten der Band gibt es definitiv nichts zu meckern. Die Jungs legten einen druckvollen und energischen Auftritt. Jeder Song wurde mit hohem Wiedererkennungswert präsentiert. Wie auch auf den Platten bissig, kraftvoll, schweißtreibend, aber immer voller Schönheit und Sanftheit. Die Jungs wissen wie man wüsten Punkrock mit großen Melodien verbindet. Es gab einen bunten Mix von Songs aller Alben. „A Mistake“ oder „Stop Screaming“, meine Lieblingssongs vom Album Roads, Bridges & Ruins, wurden genauso gespielt wie „To Hold On“, „Hopeless“, „Where I Can’t Be Found“ oder „Far To Go“ vom aktuellen Album Borrowed Times. Und jeder Song wurde vom textsicheren Publikum, insbesondere in den ersten Reihen, lauthals und begeistert mitgesungen. Die Stimmung war ununterbrochen auf einem hohen Level. Daher war es mehr sehr schade, dass nach ca. einer Stunde auch schon wieder Schluss war. Aufgrund des Feiertages mussten um 23.00 Uhr die Regler runtergedreht werden. Aber ich denke alle Anwesenden waren trotzdem mehr als zufrieden.

Fazit: Puh. Ein rattenscharfes Punkrock-Konzert. Nothington gehören zur Zeit definitiv zu den besten Live-Acts auf diesem Globus.

Die Fangemeinde hat übrigens auch nach dem Konzert nicht geschlafen. Auf YouTube findet man Livemitschnitte zu This Time Last Year und Where I stand.