H20 – live in Köln

H2O und Support im Kölner Underground, 16.06.2012

H20 Tourflyer UndergroundWas war das Konzerthighlight im Jahr 2011? Für mich definitiv der Auftritt von H20 im Ratinger Hof in Düsseldorf. Vor ein paar Wochen habe ich die Jungs aus New York zudem noch im Rahmen der Rebellion Tour in Essen gesehen. Auch dort legte die Band eine super Show ab. Aber ein kleines Clubkonzert ist einfach immer etwas anderes. Hier schlägt das Herz des Punkrocks, das Herz des Hardcores. Daher habe ich mich auf den Gig im Kölner Underground, einer meiner liebsten Locations, schon seit Wochen gefreut.

Vorband an diesem Abend waren wie auch im letzten Jahr Look My Way aus Aachen. Grober NYHC mit einer metallischen Kante. Grovender fetter Moshsound, der schon einmal für ein wenig Stimmung vor der Bühne sorgte.

Während der Umbaupause konnte man wie gewohnt den Roadies und der Band beim Aufbau des Drumsets und dem Stimmen der Gitarren zuschauen. Das ist natürlich nicht wirklich erwähnenswert, da man das ja von jedem Konzert kennt. Was aber durchaus erwähnt werden muss ist, dass Toby Morse samt Familie auf Tour ist und daher sein kleiner Sohn während der Umbaupause am Schlagzeug üben durfte. Hui, hier ging schon mal die Post ab. Da wird wohl jemand in die Fußstapfen seines Vaters treten.

Nach einer fünfzehnminütigen Schlagzeugeinlage kamen dann auch die fünf Herren aus New York auf die Bühne. Drummer Todd Friend und Gitarrist Todd Morse waren leider verhindert und wurden daher kurzerhand durch zwei Mitglieder von Cruel Hand ersetzt. Und dies, ich nehme es vorweg, fiel rein musikalisch überhaupt nicht auf. Schon nach den ersten Akkorden begann das Publikum völlig durchzudrehen. Stagediver, herumfliegende Menschen, hier musste sogar das Bühnenlicht kurzzeitig dran glauben, gestreckte Fäuste und viele mitsingende und mitschreiende nach dem Mikrofon greifende Kehlen sorgten für eine super Hardcoreshow. Und das, obwohl mir während der ersten drei Songs der etwas übersteuerte Basssound um die Ohren flog. Aber trotzdem boten H2O eine großartige Show.

Es wurden alle Hits von A bis Z gespielt. Lediglich das Majorwerk „Go“ wurde standardmäßig schlicht und einfach übergangen. Dafür gab es mit „Don’t forget the struggle, don’t forget the streets“ (Warzone) und „Pride“ (Madball) zwei Coversongs vom aktuellem Album „Don’t forget your roots“. Dazu durfte Toby Morse junior die von den Alben bekannten Ansagen ins Mikro schreien. Nebenbei durfte er auch das eine oder andere Tattoo eines Konzertbesuchers bewundern, wofür dann kurzerhand die Show einfach unterbrochen wurde. Dies und die äußerst lebhafte Kommunikation mit dem Publikum machen die fünf Jungs zu einer der sympathischsten und charismatischsten Bands auf diesem Globus. Hier steht nicht die Band im Mittelpunkt. Nein, die Band ist auch nur ein Puzzlestück an diesem Abend. Ein Puzzeleteil voller Herzblut. Nach einer knappen Stunde kam es dann zum gewohnt euphorischen Finale. What happend“ was sonst. Sechzig Minuten geballte positive Energie, die für mich mal wieder viel zu schnell zu Ende gingen. Zum Glück steht diesen Sommer noch ein Gig in Essen an. Dann übrigens mit Death by Stereo und Cruel Hand. Also muss ich gar ich traurig sein, obwohl ich das Underground an diesem Abend mit einer Spur von Wehmaut verlassen musste.