Kmpfsprt – Das ist doch kein Name für ’ne Band

Gastbeitrag: Christian Wiensgol

Nach dem stillen Abgang von Fire In The Attic befreien sich die Gebrüder Meyer von Erwartungen, Schnörkeln und Vokalen und holen zum Roundhouse-Kick aus.

Das ist doch kein Name für ‘ne Band. Aber immerhin ist Das ist doch kein Name für ‘ne Band ein guter Name für das Debüt dieser Band um Richard und Dennis Meyer von Fire In The Attic. Und ehrlich: Kmpfsprt trifft es doch. Denn die sechs temporeichen Posthardcore-Songs sind atemlos vorgetragene Kampfansagen, die keinen Platz für Vokale lassen. Alles schreit nach kompromisslosem Neustart. Am lautesten in Wie du bist schon fertig? Wir fangen gerade erst an!: “Vergesst die Nostalgie/ Ein Bild der Galerie/ Das langsam verblasst und seinen Glanz verliert.” Das Ende von Fire In The Attic dürfte hiermit hitverdächtig besiegelt sein. Über ehemalige Karrieren kann Gitarrist und Ex-Modell David Schumann nicht nur Lieder singen, sondern gleich Bücher schreiben (nachzulesen in The Tokyo Diaries). Auch Schlagzeuger Max Schreiber hat mit Days In Grief bereits ein gewaltiges Kapitel abgeschlossen. Genug Erfahrungen also, um sich von jeglichen Erwartungen frei zu machen. “Malt ihnen nicht ihre Bilder/ Singt ihnen nicht ihre Lieder/ Schreibt ihnen nicht ihre Bücher/ Teil der Routine nie wieder”, sagt Richard Meyer im einzigen nichtgebrüllten Moment, damit auch jeder versteht, worum es geht. Das ist doch kein Name für´ne Band ist kein neuer Anlauf zum großen Durchbruch, sondern das unverkopfte Begleichen alter Rechnungen mit Tiefschlägen und Höhenflügen. Und Kmpfsprt sind vier Kumpels, die sich die Erwartungshorizonte selber schreiben – zumindest solange die Hälfte von ihnen noch im Referendariat steckt.

Anmerkung: Diese Rezension sollte in einem visionären deutschen Musikmagazin erscheinen, musste aber aus Platzgründen gestrichen werden. Ich finde die Platte aber zu gut, um meine Meinung für mich zu behalten.