Tofu, Körner, Gras und die vegane Vielfalt

Ich denke die meisten Menschen, die vegan leben, kennen diese Fragen „Was isst du überhaupt?“ oder „Was kannst du denn noch essen?“. Früher musste ich immer erst ein wenig überlegen, was ich auf diese Fragen antworten sollte. Das lag nicht daran, dass mir nichts eingefallen wäre. Sondern vielmehr daran, dass ich nicht wusste womit ich anfangen soll. Mir schwirrten  immer sofort ein paar dutzend leckere Sachen im Kopf herum und daher war die Entscheidung, was man zuerst und in welcher Reihenfolge nennen sollte, nicht immer ganz so einfach. Oft konnte ich meinem Gegenüber ansehen, dass er wohl der Meinung war, dass ich selbst als vegan lebender Mensch nicht wisse, was ich denn essen könne, da ich ja nicht innerhalb weniger Sekunden eine endlos lange Liste runterleiern konnte. Meine folgende Antwort war somit auch schon mit einem negativen Vorzeichen belastet. Umso schwieriger wurde es dann meine Mitmenschen von der unglaublichen Vielfalt der veganen Ernährung zu überzeugen. Irgendwann wurde mir dann klar, dass das der falsche Weg ist.

Meine Standardantwort lautet nun „Puh, die Vielfalt ist so groß. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.“ Ich zähle dann einfach alles auf was wir in den letzten Tagen gegessen haben. Lustigerweise sieht man dann erst einmal ganz viele Fragenzeichen im Gesicht meines Gegenübers. Entweder man kennt vieles einfach nicht oder aber man ist erstaunt, was man alles ohne tierische Produkte zubereiten kann. Spätestens beim Thema Torten backen ist dann das Eis (auch das gibt es in der veganen Variante) gebrochen.

Warum schreibe ich das nun alles? Vor ein paar Tagen bin ich auf den Seiten von PETA auf genau dieses Thema aufmerksam geworden. Ein Thema über das ich selbst schon lange nicht mehr nachgedacht habe. Mit zwei kleinen Kuchendiagrammen macht PETA deutlich „was Menschen denken was Veganer essen“, nämlich nur Körner, Tofu und Gras (hier musste ich doch ein wenig schmunzeln, denn ich liebe es zusammen mit Kühen und Schafen auf der Weide zu grasen),  und „was Veganer wirklich essen“, nämlich eine bunte Vielfalt. Und die Auflistung von PETA gibt auch nur einen Bruchteil dieser Vielfalt wieder.

was Menschen denken was Veganer essen

was Veganer wirklich essen (Auszug)Das führte mir noch einmal vor Augen warum ich überhaupt einen Blog ins Leben gerufen habe. Ich wollte zeigen, wie einfach ein veganes Leben mittlerweile geworden ist. Es ist völlig richtig, vor zehn Jahren sah das noch ganz anders aus. Aber wir sind in der Zwischenzeit im Jahr 2012 angekommen. Im Internet findet man zahlreiche vegane Seiten mit Rezepten, Büchern, Einkaufstipps und vielen anderen Dingen, die das vegane Leben recht unkompliziert machen. Zudem führt jeder Supermarkt auch eine kleine aber feine Auswahl an veganen Produkten. Und hier sind noch nicht einmal die Produkte gemeint, die zum alltäglichen Einkauf dazugehören. Denn auch Gemüse, Obst, Früchte, Nudeln, Reis, Müsli, Cornflakes, Brot, Brötchen, Nüsse usw. sind entweder immer oder zumindest oft vegan. Nur denkt darüber nie jemand wirklich nach.

Die erwähnte Auswahl ist zudem auch gar nicht mehr so klein. Sojajoghurt, Sojadrink, Reisdrink, Haferdrink, Tofu in vielen Variationen. veganes Eis, vegane Sahne, veganes Gebäck, Kuchen und Torten, Aufstriche, Aufschnitte, Käse, vegane Würstchen, Schnitzel und auch diese Aufzählung nimmt keine Ende. Das vegane Leben ist daher weder langweilig noch eintönig. Im Gegenteil. Jeder Tag ist eine kleine, farbenfrohe, spannende und kreative Entdeckungsreise.

Und nebenbei gesagt: Ohne auf ethische und ökologische Aspekte eingehen zu wollen, aber es macht in erster Linie auch noch Spaß.