A Place To Bury Strangers

Für mich entdeckt. Ein Tipp für Euch.

A Place To Bury StrangersLaut, schräg, experimentell. Ein intensiver Soundkosmos. So liebe ich Musik. Insbesondere wenn ich mir die Frage stellen muss: Was machen die da eigentlich gerade? So muss man sich zwangsläufig mit den Songs auseinandersetzen und sich seine eigenen Gedanken zum Geschehen machen. Nicht genau zu wissen, was da gerade vor sich geht. Spannend und reizvoll. Sich durch den Lärm wühlen und immer wieder neue Puzzleteile finden. Nachdenken und sich auf die Musik einlassen. So wird Musik erst richtig interessant.

So entdeckte ich vor langer Zeit The Jesus And Mary Chain für mich. Beeindruckend die Art und Weise wie die beiden Gebrüder Reid mit ihren Gitarren solch einen verrückten verzerrten Lärm erzeugen konnten. Man war nie sicher, ob die beiden soeben ihre Gitarren zerstören oder mal wieder ein neues Effektgerät entwickelt haben. Doch wenn man sich durch die Soundwände gegraben hat findet man überall wunderschöne Melodien. Stets eine schmale Gratwanderung zwischen zwei Extremen. Eine gefährliche Herausforderung.

Bands wie My Bloody Valentine oder Sonic Youth machten anfangs ein ähnlich schräges Ding. Doch erst vor ein paar Wochen bin ich auf eine Band aufmerksam geworden, die mich wieder in ihren Bann gezogen hat. Und seitdem auch nicht wieder losgelassen hat. A Place to Bury Strangers aus Brooklyn, New York. Die drei Jungs treiben schon seit sechs Jahren ihr Unwesen. Erschien doch ihre EP-Triologie Red, Blue und Green schon im Jahr 2006. In diesem Jahr dann der vierte Longplayer Worship und die EP Onwards To The Wall.

Jeder Song erinnert mich immer an The Jesus And Mary Chain. Kein Panik. Die Jungs aus New York bleiben dabei stets eigenständig. Keine blasse Kopie der Reid Brüder. Hier ist alles etwas krachiger. Noch gewaltiger. Noch schmerzvoller. Noch lauter. Und immer wider findet man wundervolle Melodien, die mir immer wieder Gänsehaut bereiten. Über jeden Song kann ich stundenlang nachdenken. Immer neue Bilder versuchen sich in meinem Kopf zu manifestieren. So setzt sich das Werk Stück für Stück zusammen. Nur um im nächsten Augenblick durch das nächste Gewitter wieder zerstört zu werden. Langsam entsteht eine Vertrautheit mit den Songs. Man ist der Meinung die Songs verstanden zu haben. Ah, der nächste Verzerrer oder was auch immer nimmt dir jeden Glauben auch nur irgendwas verstanden zu haben. Langeweile? Kein Spur. Unmöglich. Hier werden keine Fremden begraben. Im Gegenteil. Hier werden Tote wieder zum Leben erweckt.

Ich weiß nicht was Oliver Ackermann(Gitarre/Vocals), Dion Lunadon (Bass) and Robi Gonzalez (Drums) antreibt. Doch diesem Antrieb wohnt etwas mystisches, dämonisches und kompromissloses inne. Alles was ich bisher gehört habe hat mich mitgerissen und wird mich wohl in naher Zukunft auch nicht mehr loslassen. Und so freue ich mich auf den nächsten Horrortrip auf voller Lautstärke.

Was bleibt? Ich freue mich darauf A Place To Bury Strangers endlich mal live sehen zu können. Und kann jedem neugierigen Musikfreund das Gesamtwerk der New Yorker nur ans Herz legen. Hier gibt es keine Ausfälle. Wahnsinn.

 

 

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