Slime – live in Düsseldorf, 22.11.2012

Slime, Ca$hbar Club – live in Düsseldorf im  Zakk am 22.11.2012

Slime - Tourplakat 2012 - Zakk

Gerade einmal zwei Jahre ist es her, da haben Slime im Rahmen ihrer (zweiten) Reuniontour und neuer Besetzung im Düsseldorfer Zakk gespielt. Damals noch ohne neue Songs im Gepäck wurden alle alten Hits kompromisslos runtergeprügelt. Trotz aller Kommerzvorwürfe blieb dieser Abend in bleibender Erinnerung. In diesem Jahr wurde dann nach 17 Jahren das neue Album „Sich fügen heißt lügen“ mit der neuen Besetzung eingespielt. An diesem Album scheiden sich seit dem Tag der Veröffentlichung die Geister der deutschen Punkrockgemeinde. Was soll’s? Ich mag die neue Scheibe und daher habe ich mich auch auf diesem Abend im Zakk gefreut. Denn Slime ist und wird wohl immer eine für mich persönlich wichtige Band bleiben.

Pünktlich um 20.30 griff der Ca$hbar Club aus Düsseldorf in die Gitarrensaiten. Die Jungs haben ihre Wurzel irgendwo tief im englischen 77-Punkrock vergraben. Leider war das noch nie mein Ding. Den Auftritt der fünf Jungs habe ich zwar bis zum Schlussakkord verfolgt. Aber mitgenommen haben mich die Songs nicht.

Dann kamen Slime. Und ich nehme es vorweg, „Am Ende gewinnen immer wir“. Pogo ohne Pause und ein überaus textsicheres Publikum gröhlte bei allen Songs kräftig mit. Die neuen Songs, wie Sich fügen heißt lügen, Rebellen oder Seenot, kommen auch live super rüber und reihen sich nahtlos in die Klassiker der 80er und 90er Jahre ein. Schweinherbst, Alle gegen alle, Störbecker, Religion, Zu kalt, Etikette tötet, Linke Spießer, Untergang, Legal illegal scheißegal und weitere Kracher. Lediglich die beiden zensierten Songs fehlten an diesem Abend im Programm. Die aufgebrummte Strafe hat wohl Spuren hinterlassen, so dass auf diese beiden auch hier nicht erwähnten Songs verzichtet wurde. Dennoch, ein Blick in die Runde. Ein jeder war begeistert. Der Sound war übrigens dank der neuen Rhythmusmaschine mehr als fett (natürlich waren Slime auch mit den beiden ehemaligen Jungs am Bass und vor dem Schlagzeug eine Macht). Nach fast 90 Minuten schwamm das Zakk in einer Lache aus Bier, Slime sagten auf Hamburger Art auf Wiedersehen und ich trat zufrieden und glücklich die Heimreise an. Denn auch ich gehörte zu den Gewinnern an diesem Abend.

Was bleibt (leider) noch in Erinnerung:

Ein endlos langes Intro braucht kein Mensch. Auch keine Slimeshow. Der Hinweis auf die beiden kürzlich zensierten Songs ist in Ordnung und korrekt. Kurz und knapp reicht aber völlig.

Ich mag mich täuschen. Doch hin und wieder wirkte die Bands bewusst distanziert dem Publikum gegenüber. Zurufe und Wünsche des Publikums wurden entweder gar nicht beachtet oder weggebügelt („Ey, das ist hier kein Wunschkonzert.“).

Traurig. Schweineherbst ist 2012 noch genauso aktuell wie 1993. Damals rechtsextremistische Anschläge. Heute das Thema NSU.

 

Alternativ, fair und ökologisch.
Schau doch mal in unserem Onlineshop für Baby- und Kleinkinderklamotten vorbei.
Young And Wild Clothing