Persistence Tour 2013 in Oberhausen

Persistence Tour 2013 – Hatebreed, Agnostic Front, H20, Stick To Your Guns, Neaera, The Acacia Strain – Oberhausen, Turbinenhalle, 12.01.2013

Persistence Tour PlakatIch weiß gar nicht so recht warum ich mir das immer wieder antue. Zunächst friert man sich vor dem Eingang den Hintern ab. Denn pünktlich zur Persistance Tour findet der Winter doch noch den Weg in den Ruhrpott. Anschließend steht man sich stundenlang die Beine in den Bauch. Die enorme Lautstärke ist eine Pein für die Ohren. Mit Ohrstöpseln ist der Spaß schließlich nur halb so groß. Andauernd wird man von den Leuten auf der Bühne angeschrien. Der Sound ist wie gewohnt unter aller Kanone. Natürlich mit Ausnahme des Headliners. Wie durch ein Wunder ist der Sound zum Schluss des Abends immer super. Der Veranstalter und die Typen hinter dem Mischpult haben definitiv kaputte Ohrmuscheln, denen irgendwann ganz plötzlich eine wundersame Genesung widerfährt. In den vorderen Reihen tummeln sich wieder Menschen, denen jedes Anrempeln zu wider ist. Stellt sich Frage warum man eine Hardcoreshow besucht und sich dann auch noch in die ersten Reihen begibt? Überhaupt ist es viel zu voll und viel zu groß. Ich frage mich wie jedes Jahr, warum ich nicht daheim auf der Couch sitze und in die Glotze schaue?

Einfache Frage, einfache Antworten.

Pünktlich um 18.00 Uhr stehen The Acacia Strain auf der Bühne. Jeder Akkord in den nächsten dreißig Minuten gleicht einem Schlag mitten ins Gesicht. Ein brutaler aggressiver Moloch reißt mich in den Abgrund. Keine Ahnung wie die aktuelle Platte der vier Jungs aus Chicopee , Massachusetts, auf Platz 50 der amerikanischen Billboard-Charts stürmen konnte. Will ich auch eigentlich gar nicht wissen. Bin ich doch gefesselt von der unglaublichen Power der Band. Derber geht es nimmer. Zumal mit Daniel Laskiewicz nur ein Gitarrist auf der Bühne steht, der mich mit wahnsinnigen Riffs in seinen Bann zieht. Schon jetzt haben sich alle Zweifel in Luft aufgelöst. Das hier ist genau das Richtige für diesen Abend. Und die Kälte vor der Halle habe ich schon vergessen.

Leider ist der anschließende Auftritt von Neaera weniger mitreißend. Musikalisch wird hier zwar ein fettes Brett geboten. Doch die fünf Jungs aus Münster bedienen einfach zu viele Metalklischees, was auf Dauer doch ein wenig nervt.

Stick To Your Guns bieten anschließend dem Gebolze eine Ende. Treibender melodischer Hardcore aus dem sonnigen Kalifornien brettert nun über die Bühne der Turbinenhalle. Zahlreiche Breakdowns und der ständig wechselnde Gesang – mal klar, mal schreiend – sorgen für eine erfrischende Abwechslung in den Songs. Trotz der kritischen und teilweise auch melancholisch-traurigen Texte wohnt den Songs stets ein positiver Grundgedanke inne. Man spürt Hoffnung. Man sucht nach Lösungen. Die Welt ist noch nicht verloren.

Wir verlassen die Westküste und reisen in dir Hauptstadt des Hardcores. H20 aus New York stürmen die Bühne. Frisch, direkt, schnell, fröhlich, gut gelaunt, ernst, ehrlich. Wie immer ein Highlight. Auch heute das Highlight. Ach, ich liebe diese Band.

Agnostic Front leben seit 1984 Hardcore. Sind seit 1984 Hardcore. Werden immer Hardcore sein. So auch an diesen Abend für leider nur für sehr kurze dreißig Minuten. Der Sound gewohnt schlecht. Doch das stört nicht wirklich. Man sieht einfach drüber hinweg. Vielleicht ist das so, weil man ihnen das alles abnimmt was Sie da oben auf der Bühne bewegen. Weil man weiß, dass es ihr Leben ist. Weil man weiß, dass sie genau das singen, was sie meinen. Weil man weiß, dass das richtig ist. Weil es sich richtig abfühlt. Um es mit den Worten von Vinnie Stigma zu sagen: „Hardcore lives!“

Es folgt die einzige längere Umbaupause des Abends. Hatebreed lassen eine gefühlte Ewigkeit auf sich warten. Doch das ist nur die Ruhe vor dem Sturm. Als dieser ausbricht, gibt es vor der Bühne kein Halten mehr. Hatebreed wissen, dass Sie ein Aushängeschild im Hardcoregenre sind. Und die Jungs wissen wem Sie das zu verdanken haben. Eindrucksvoller und gewaltiger kann ich mir keine Hardcoreshow in einer großen Halle vorstellen. Hatebreed beweisen an diesem Abend, dass Sie zu Recht einer der großen Hardcorebands auf diesen Planeten sind.

Müde und erschöpft, aber glücklich und zufrieden treten wir die Heimreise an. Alles richtig gemacht. Freuen wir uns schon auf die Persistance Tour 2014. Freuen uns auf die neue Hatebreed-Scheibe, die noch diesen Monat veröffentlicht wird. Freuen uns auf die anstehende H20-Clubtour. Ich freue mich auf mein Bett. Gute Nacht.

 

Alternativ, fair und ökologisch.
Schau doch mal in unserem Onlineshop für Baby- und Kleinkinderklamotten vorbei.
Young And Wild Clothing