reinhören: i am heresy – s/t

I Am Heresy - CoverI Am Heresy. Im übertragenen Sinne kann dieser Band-, Album und Songtitel als Synonym für meine Meinung über Nathan Gray’s Hauptband boysetsfire herhalten und mir im gleichen Atemzug den Zutritt durch die Himmelspforte verschließen. Denn die fünf Jungs aus Newark, die mit After The Eulogy einen echten Hardcore-Meilenstein gesetzt haben und anschließend zu Szenehelden avanciert sind, sind bei mir lediglich als One-Hit-Wonder, welch ketzerischer Gedanke, hängengeblieben. Helden für ein großes Album, denn nach After The Eulogy kam nur noch große Langeweile, ein Irren in seichten Rockgefilden. 13 Jahre sind seitdem vergangen. Nach einem kurzen Ausflug in die Pop-Punk Welten mit The Casting Out besinnt sich Nathan Gray nun wieder auf seine Wurzeln und begibt sich auf eine Reise in seine Vergangenheit. Zurück zu den Anfängen von Boysetsfire. Der Beginn einer neuen Reise.

Die erste Etappe, The Sycophant, beginnt mit dezenten Klavierklängen, die dann plötzlich mit einer enormen Schlagkraft niedergewalzt werden. The Light Of A Decayig Sun wird durch eine Kirchenorgel eingeleitet, die jedoch genauso brutal von ungestümen Hochgeschwindigkeitsattacken und Frickelpassagen zerstört wird, wie zuvor die Tasten des Klaviers. Diese progressive Wucht begleitet uns auf den meisten Songs auf I Am Heresy. Eine Wucht, die Dich gnadenlos durch neun Songs reißt. Man befindet sich auf einer gefährlichen und unberechenbaren Reise. Lediglich Prince Of The Flies, eine schöne Akkustik Nummer mit Klavier und weiblicher Stimme, und das finale Jesus Doesn’t Work Here Anymore, eine bewegende ruhige Gitarren-Akkustiknummer, bringen ein wenig Ruhe in diesen rastlosen Sturm.

Dazwischen steht Nathan Gray. Mit seinem Wechselspiel zwischen blumigen Gesang und wütenden Geschrei personifiziert er Engel und Teufel in einer Person. Musik und Gesang pendeln so stets zwischen Harmonie und Chaos.

Der Bandname steht zudem Pate für die Texte der Songs. Nathan Gray, Sohn eines Pristers, räumt hier auf kritische und wütende Weise mit seiner Vergangenheit und christlichen Themen auf. Dabei wirkt das Ganze in keiner Weise aufgesetzt, sondern immer ehrlich und aufrichtig. I Am Heresy verstehen es wie man Wort und Musik zu einer perfekt harmonierenden Einheit verschmelzen lässt.

Es bleibt zu hoffen, dass I Am Heresy nicht den gleichen Weg gehen wie boysetsfire. Denn dieses Debüt hat Potenzial, hat mächtig Wums und schreit nach mehr.

 

Tracklist:

01. The Sycophant
02. In The Light Of A Decaying Sun
03. And Yet It Moves
04. Prince Of The Flies
05. Butchers!
06. Seven Wolves And The Daughters Of The Apocalypse
07. Osculum Infame
08. I Am Heresy
09. Jesus Doesn’t Work Here Anymore

I Am Heresy - Band

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