Rebellion Tour 4

Madball, Comeback Kid, Terror, Your Demise, AYS, The Setup

Mazine Rebellion Tour 4Schon wieder der 17.03. Wieder Essen. Schon wieder Weststadthalle. Noch eine Rebellion Tour. Klingt nach Langeweile. Nein. Die Mazine Rebellion Tour geht endlich in die nächste Runde. Freddy Cricien „Madball“, der Initiator dieser Tour, geht bekanntermaßen nicht gerne alleine auf Reisen. Daher hat er ein paar Kumpels aus L.A., Kanada, Belgien, England und Düsseldorf eingeladen, seine Band auf Tour zu begleiten. Im Rahmen der vierten Mazine Rebellion Tour hat es diese kleine Hardcorefamilie auch nach Essen verschlagen, um es für gut sechs Stunden so richtig scheppern zu lassen.

Rebellion Tour 4 – 17.03.2013 – Essen, Weststadthalle


Als Anheizer und local Act wurden kurzhand noch The Optimist ins Boot geholt. Ich finde es ja super, wenn man auf diesem Wege die lokale Szene unterstützen möchte. Doch an diesem Nachmittag ging das mächtig in die Hose, denn der komplette Auftritt wurde von hirnlosen Kickboxeinlagen vor der Bühne begleitet. Das allein ist schon traurig genug, doch der Sänger der Band setzte noch eins drauf, indem er für diese penetrante Rücksichtslosigkeit auch noch lobende Worte fand. Der Bandname klingt nach viel, kling positiv, doch dahinter steht nichts. Gewalt, Ignoranz und Egoismus haben mit Hardcore nicht zu tun und sind daher auf jeder Show völlig fehl am Platz. Anstatt aufeinander acht zu geben, denn der Spaß für alle Anwesenden sollte im Vordergrund stehen, schlagen diese Deppen anderen absichtlich auf den Hinterkopf und ins Gesicht oder nehmen das billigend in Kauf. „Scheiß auf die anderen. Hauptsache ich habe Spaß. Take care? Blödsinn.“ Vielleicht sollte ich die Klappe halten, vielleicht passt das nicht in einen Konzertbericht. Aber es kotzt mich an. You loose!

Zum Glück lockten The Setup anschließend mehr und mehr Besucher in die Halle, so dass diesen hirnlosen Typen nach und nach der Pit genommen wurde. Die Jungs aus Belgien, übrigens pausenlos auf Tour, legten wie gewohnt einen schweißtreibenden und ambitionierten Auftritt hin. Die Rebellion Tour hatte soeben begonnen.

Düster und dreckig ging es mit AYS auf der Bühne weiter. Ständig hatte man das Gefühl, die fünf Jungs würden gleich alles zusammenschlagen oder explodieren. Wütender, dynamischer Auftritt, der leider von einem etwas dumpfen Sound begleitet wurde.

Dann ging es Rüber auf die Insel, wo Your Demise durch Melodien, Moshparts, Oh-Oh-Ooohs und Singalongs hüpften. Das macht Spaß, das macht Laune. Beim texten haben die fünf Briten vielleicht zu oft im Rap-Duden geblättert. Motherfucker und Bitch gehören leider zum Grundvokabular. Doch Your Demise schaffen es immer rechtzeitig das Steuerrad wieder herumzureißen, bevor man aus der Kurve fliegt. So scheint auch in England mal die Sonne.

Doch diese hielt sich nicht lange am Horizont. Terror stürmten die Bühne und hinterließen nach gut vierzig Minuten Chaos einen Trümmerhaufen. Diese Band aus dem sonnigen Kalifornien ist live einfach eine Macht, ein unaufhaltsame Dampfwalze, die alles niedermacht was sich ihr in den Weg stellt. Unglaublich. Das Highlight an diesem Tag.

Der Großteil des Publikums brauchte anschließend wohl erst einmal ein Verschnaufpause. Allerdings sehr zum Leidwesen von Comeback Kid, denn die fünf Kanadier durften nur noch vor einen stark dezimierten Publikum spielen. Doch das schien die Jungs nicht wirklich zu stören. Gitarren und Bass grooven, der Sänger ist mit Herzblut bei der Sache, das Schlagzeug treibt die Songs nach vorne. Musikalisch sitzt jeder Song, jede Melodie und jeder Break einwandfrei. Das textsichere Publikum unterstütze die Band zudem pausenlos, so dass dieser Auftritt die Sonne wieder aufgehen ließ.

Die Headliner des Abends sorgten dann noch einmal für eine volle Halle. Die Band, die neben ein zwei anderen Bands auch heute noch für den Begriff New York Hardcore steht, versuchte noch einmal den Pit zum toben zu bringen. Doch so sehr Freddy Cricien sich auch bemühte, es blieb recht ruhig vor der Bühne. Die Enttäuschung konnte man dem Frontmann sichtlich anmerken. Doch „Hardcore still lives!“ Dafür stehen Madball, dafür leben Madball. Das Publikum war zwar müde, die vier New Yorker definitiv nicht. Und so war auch diese Madball-Show ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass Hardcore noch lange nicht dem Untergang geweiht ist.

Mazine Rebellion Tour 4. Erneut ein wirklich gelungenes Tagesfestival. Gut organisiert, mit zügigen Umbaupausen und Soundchecks, das so nie richtig ins Stocken geriet. Dank der Vegan Fast Food Crew musste auch niemand (!) hungern. Daher freue mich schon auf die nächste Runde. Die Rebellion Tour 5 in 2014.

Alternativ, fair und ökologisch.
Schau doch mal in unserem Onlineshop für Baby- und Kleinkinderklamotten vorbei.
Young And Wild Clothing