I Am Heresy live in Bochum

I Am Heresy und Hierophant, Bahnhof Langendreer, 23.03.2013

Nach einem herausragenden Debüt im Februar diesen Jahres und einer nicht minder beeindruckenden vier-Song-EP stehen I Am Heresy auch schon auf den europäischen Bühnen für eine zweiwöchige Europatour. I Am Heresy  - Live in BochumVöllig klar, das Konzert im Bochumer Bahnhof Langendreer konnte ich mir nicht entgehen lassen. Begleitet werden I Am Heresy während der kompletten Tour von Hierophant aus Italien. Und auch deswegen war klar, dieser Abend würde kein Zuckerschlecken werden.

Zunächst einmal war ich überrascht, dass gerade einmal 150 Leute ein Ticket bis zum Bahnhof Langendreer gezogen hatten. Irgendwie hatte ich dann doch erwartet, dass der Name Nathan Gray als Frontmann von Boyssetsfire eine größere Masse anlocken würde. Allerdings nicht weiter schlimm, denn so hatten alle Anwesenden ausreichend Platz, um sich nach Belieben zu bewegen.

Hierophant betreten gegen 21.00 Uhr die Bühne. Wohl denen, die wussten was in den nächsten dreißig Minuten geschehen würde. Wer vergessen hatte seinen Kopf festzuhalten, hatte nun ein durchaus ernstzunehmendes Problem. Denn die fünf Italiener verstehen, einem auf brutale Weise den Kopf vom Leib zu fegen. Hier wird einem brachialer Crust-Punk mit fiesen Black-Metal Riffs vor die Füße geworfen und man muss zusehen wie man damit klar kommt. Raus aus der Halle, wieder in den Zug steigen und nach hause fahren, um sich dort unter die Bettdecke zu verkriechen. Oder diesen düsteren Brocken auf sich wirken lassen, der mit nihilistischen, ja fast misantropischen Hardcore ein großes Durcheinander in deine Gefühlswelten bringen wird. Alles was in der kommende Woche auf Dich wartet ist dagegen das Paradies. Musikalisch bieten Hierophant eine ausgewogene Mischung aus Geschwindigkeits- und Midtempopassagen. Hin und wieder wird auch noch die D-Beatmaschine angeworfen. Das Ergebnis, sowohl bei den älteren Songs als auch auf den Songs des im April erscheinenden neuen Albums Great Mother Holy Monster (auf Bridge Nine Records), ist ein ungemein aggressiver und brachialer Sound, der Dich nahezu wegblässt. Und genau diesen Sound bringen Hierophant auch live kompromisslos auf die Bühne. Nach einer guten halben Stunde verließen Hierophant die Bühne und überließen 150 armen Seelen ihrem Schicksal.

Die anschließende kurze Umbaupause diente dann ausschließlich dazu sich und sein Innenleben wieder zu sortieren und in geordnete Bahnen zu bringen. Allerdings sollte sich sehr schnell herausstellen, dass das völlig umsonst gewesen ist. Ohne großes Tamtam kommen I Am Heresy auf die Bühne und schon mit den ersten Akkorden von The Sycophant ist das musikalische Chaos im Langendreer Bahnhof wieder präsent. Das Set beinhaltet alle bisher veröffentlichen Songs und I Am Heresy präsentieren sogar einen neuen Kracher, der sich nahtlos in die Songs des selbstbetitelten Debüts und der EP einreiht. Dabei schaffen es I Am Heresy, die Wut und die Energie, die jeden Song innewohnt, fast ohne Verluste auf die Bühne zu transportieren. Lediglich die Stimme von Nathan Gray geht manchmal im Soundgewitter ein wenig unter. Prince Of The Flies wird hingegen nur kurz vom Band eingespielt, da Darby Dinatale die sechs Jungs nicht auf Tour begleitet. Dies ist auch die einzige kleine Atempause, die I Am Heresy den Anwesenden gönnen. Eine Pause, die nach nur wenigen Augenblicken durch den nächsten Sturm niedergemäht wird.

Nathan Gray ist an diesem Abend sicherlich der Fixpunkt auf der Bühne. In allen möglichen Körperpositionen singt und schreit er seine stets kritischen Texte ins Mirko. Dank seiner Ausstrahlung, jedoch in erster Linie aufgrund seiner Körpersprache wird deutlich, dass hier jemand hundertprozentig hinter dem steht, was er zu sagen hat. Nathan Gray ist jedoch auch nur ein Teil eines komplexen Puzzels. Während er am Mikro seiner Wut freien Lauf lässt, schreiben die drei Gitarren ihre eigenen detailverliebten Geschichten, die jedoch immer wieder zueinander finden. Bass und Schlagzeug treiben die Songs nach vorne, drosseln immer wieder rechtzeitig das Tempo. Bringen Struktur in dieses Durcheinander. Sorgen dafür, dass der Laden nicht zusammenbricht.

Das Chaos findet schließlich nach 45 Minuten mit I Am Heresy ein passendes Finale. Ein insgesamt beeindruckender und leidenschaftlicher Auftritt. Ein Auftritt der keine Zweifel lässt: Jesus Doesn’t Work Here Anymore.

I Am Heresy tummelten sich im Anschluss noch lange Zeit im Publikum, um sich mit den begeisterten Zuschauern zu unterhalten. Eine sympathische Art und Weise sich bei den Zuschauern zu bedanken.

Wer mehr über I Am Heresy erfahren möchte sollte hier vorbeischauen:

Homepage der Band: http://iamheresy.com/

Facebookseite der Band: https://www.facebook.com/iamheresy

Auf der Facebookseite findet Ihr auch das folgende Statement von I Am Heresy zum Konzert in Bochum:

Best show of the tour so far! Thank you Bochum!! We had a great time!

Mehr ist dem nicht hinzuzufügen.

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