Uncle M Fest 2013

Skaters Palace, Münster, 02.05.2013

Idle Class, PJ Bond, Kmpfsprt, Apologies, I Have None, Nothington

Uncle M Fest 2013 - Konzertplakat Was tun, wenn das eigene Label nun schon ein überaus erfolgreiches erster Jahr auf dem Buckel hat? Ein Jahr mit zahlreichen viel versprechenden Veröffentlichungen wie London von Apologies, I Have None oder Borrowed Times von Nothington. Ein Jahr voller harter und ehrlicher Arbeit. Genau auf dieses Jahr blicken Mirko und Uncle M nunmehr zurück und daher wurde am 2. Mai in Münster eine fette Punkrockparty gefeiert. Ohne groß drüber nachzudenken habe ich mich mit Norman von Reportink auf den Weg gemacht, um gemeinsam mit fünf Liveacts, denen das Punkrockherz an der richtigen Stelle klebt, und 400 weiteren Gästen den ersten Geburtstag von Uncle M im Skaters Palace zu rocken.

Unser Opener stand an diesem späten Nachmittag gar nicht auf der Setliste. Da wir recht früh an der Location ankamen, durften wir noch einem netten Akkustikset von Jay und Ryan von Nothington lauschen, die sich bei wunderschönem Wetter vor der Halle auf den Abend einstimmten. Nach kurzem Smalltalk führte Jay uns dann in den Backstagebereich, um uns noch fix auf ein Getränk und eine anschließende Führung durch die Skateboardlandschaft des Skaters Palace einzuladen. Und dann sollte auch schon bald die erste Band des Abends auf der Bühne stehen.

Nothington - Acoustic Set

Pünktlich um 18.30 eröffneten Idle Class eine Wahnsinnsgeburtstagsparty. Vor fast genau einer Woche boten die fünf Jungs noch eine super Show vor gerade einmal 25 Zuschauer im Düsseldorfer Tube. Heute standen weitaus mehr Leute vor der Bühne. Das lag definitiv nicht am Heimspiel der Münsteraner. Zurzeit gibt es hierzulande wohl kaum eine andere junge Band, die solch ein mitreißendes und dynamisches Set aus melodischen Punkrockhymnen aus dem Ärmel schüttelt. Ein feine Mischung aus Songs der Stumbling Home EP und Songs des neuen Albums The Drama’s Done, die allesamt vital, ausgereift und einfallsreich daher kommen und so nachhaltig im Ohr hängen bleiben. Besser kann ein Konzertabend nicht beginnen.

Idle Class - Uncle M Fest 2013

PJ Bond sorgte anschließend zusammen mit Marko Casso für die ruhigen Töne an diesem Abend. Zwei Gitarren und eine mitreißende Stimme erzählen Geschichten, die das Leben und die Erfahrungen der beiden widerspiegeln. Die beiden spielen emotionale und wundervolle Songs, die man gerne hört. Vielleicht weil diese Songs jeden irgendwie berühren. Vielleicht weil dies Geschichten sind, die man irgendwie aus dem eigenen Leben kennt. Eine nachdenkliche, aber auch die schönste und ruhigste halbe Stunde an diesem Abend.

PJ Bond - Uncle M Fest 2013

Diese Ruhe zerstörten nach nur kurzer Umbaupasue KMPFSPRT mit einem unheimlich fetten Sound. Mit enorm viel Drive brettern die vier Kölner durch ihre Songs. Das überaus krachige Set bietet kaum Zeit zum Luftholen. Dabei spielt die Band Songs von der ersten EP Das ist doch kein Name für eine Band. aber auch vom anstehenden neuen Album. Rauer Gesang, fantastische Gitarrenriffs und ein druckvolles Schlagzeug im Hintergrund. Dazu wirklich gute deutsche Texte, die nicht in Pathos, Parolen und Klischees versinken, sondern vielmehr zum Nachdenken anregen. Diese Kombination von Musik und Text fegt einfach alles weg. Super Auftritt der vier Jungs.

Kmpfsprt . Uncle M Fest 2013

Bot die Location bisher immer ausreichend Platz, um sich nach Belieben zu bewegen, wurde es nun zum ersten Mal an diesem Abend richtig voll vor der Bühne. Genau diese betraten nun Apologies, I Have None. Allerdings mussten die vier Jungs noch ein wenig auf ihren Auftritt warten. Ein Mitglied der Lebenshilfe Münster schnappte sich spontan das Mikro und sorgte mit einer kurzen Beatbox-Einlage für ein super Intro, das vom Publikum mit viel Applaus begleitet wurde. Die vier Briten hatten daran offensichtlich auch Ihren Spaß und überließen dem jungen Herrn kurzerhand für ein paar Minuten die Bühne. Doch dann ging’s los und schon nach wenigen Akkorden wurde klar, warum die vier Jungs aus London zur Zeit einer der heißesten Bands überhaupt sind. Die Punk-Hymnen ihres Debütalbums London sind auf Platte schon der Hit. Doch live wirken die Songs noch viel intensiver. Insbesondere die ständigen Wechselgesänge und die vielen kleinen Bandchoräle sorgen immer wieder für Gänsehaut. Verstärkt wird dieses Gefühl noch dadurch, dass der Großteil der Zuschauer fast alle Songs mitsingen kann. Man steht mitten in der Menge, wird mitgerissen von der euphorischen Stimmung, ist einfach gefesselt, muss einfach mitmachen. Das dachte sich wohl auch Sänger Dan Bond. Die Gitarre setzt aus, Mikro raus aus dem Ständer, rein in die Menge, mitfeiern. Josh McKenzie hingegen weilte während der gesamten Zugabe auf dem Publikum. Man scheint zu wissen wem man diesen Erfolg zu verdanken hat. Sympathischer, emotionaler und mitreißender Auftritt der vier Engländer.

Apologies I Have None - Uncle M Fest 2013

Als letzte Band an diesem Abend betraten nur wenig später Nothington die kleine Bühne des Skaters Palace. Sollte mich jemand mal fragen was Punkrock ist würde mir spontan wohl diese Antwort einfallen: „Geh‘ raus und schau dir diese Band live an. Dann wirst du wissen was Punkrock ist.“ Kaum auf der Bühne explodieren Band und Zuschauer. Pogo und Stagediving beherrschen nun den Raum vor und auf der Bühne. Die Band schwitzt und arbeitet, die Menge ebenso. Die rauen aber melodischen Songs kommen wie gewohnt super rüber. Das Publikum schreit jeden Song mit. Hier hat jeder Spaß, hier gibt ein jeder alles. Einfach der helle Wahnsinn. Nach diesem großartigen Finale ist dieser Abend nach fünf Stunden auch schon wieder vorbei. Erschöpft und müde treten wir die Heimreise an. In Erinnerung bleibt ein toller Abend und die Freude auf den zweiten Geburtstag von Uncle M.

Nothington - Uncle M Fest 2013

Danke Uncle M.

Ein Jahr Uncle M und die Babyschuhe können schon an den Nagel gehängt werden. Ich selbst habe Mirko nur kurz kennengelernt. Aber bei seinem Engagement und Ehrgeiz wird sein Label noch viele tolle Partys und Veröffentlichungen feiern können. Genau das wünsche ich Uncle M und allen Beteiligten, die hinter diesem Label wirklich tolle Arbeit leisten, auch von Herzen. Ja der Schleim läuft mir aus dem Mund. Nein, denn diese kleinen Labels, diese harte und ehrliche Arbeit bewegen etwas, ändern etwas, machen viele Menschen glücklich. Nicht nur an diesem Abend. Hut ab und weiter so.

Auf reportink.com findet ihr in den kommenden Tagen jede Menge weitere coole Fotos von Norman vom Uncle M Fest. Schaut mal vorbei. Es lohnt sich.

Kamera: Norman (Reportink)
Text: Stefan (Vegan Rock City)

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