reinhören: listener – time is a machine

Spoken-Word Alben waren in der Vergangenheit mit sehr wenigen Ausnahmen für mich immer ein rotes Tuch. Fesselnde Geschichten sind dann doch eher was für ein nettes Buch. Listener - Time Is A Machine - FrontcoverBis jetzt. Denn mit ihrem neuen Album haben Listener und ihre Art von Talk Music mich völlig überrascht. Untermalt mit schönen Melodien und unberechenbaren Ausbrüchen können sich diese Alben zu mitreißenden Geschichten entwickeln, die einen nicht mehr loslassen. Die man wie ein spannendes Buch nicht mehr weglegen oder im übertragenen Sinnen vom Plattenteller nehmen mag. Genau das gilt auch für Time Is A Machine.

Acht Kapitel enthält dieses mit 30 Minuten recht kurze Album. Doch nach dieser halben Stunde ist man bereist so aufgewühlt, dass eine kurze Pause von Nöten ist, um wieder ein wenig Ruhe zu finden. Vielleicht sogar, um sich selbst wieder zu finden. Denn Time Is A Machine ist ein Album, das dich nicht zur Ruhe kommen lässt und das man nur wirklich versteht, wenn man sich auf diese Geschichte voll und ganz einlässt. Erst dann kann man diese wirklich greifen, ja begreifen.

Denn was die drei Jungs aus Fayettville, Arkansas hier raushauen ist wahrlich kein einfaches Album, das man mal eben so hören kann. Kein Album, das radiotaugliche Stücke bringt. Wie die oben erwähnten Bücher muss man auch Time Is A Machine von Anfang bis Ende hören, um es wirklich zu verstehen. Denn diese acht Songs sind nicht einfach so zusammengewürfelt worden. Vielmehr bilden sie eine geschlossene Einheit, die nur als solche ihre Intensität und Komplexität voll entfaltet.

In dieser ausgewogenen Einheit erzählt Dan Smith poetenhaft herzergreifende und wortgewaltige Geschichten, die an vielen Stellen wunderschönen Gedichten gleichen. Die Musik tanzt meist dezent im Hintergrund. Vermag aber in Songs wie I Think It’s Called Survival oder Not Today wütend und brachial zu explodieren, um dabei den Tenor der Lyrics zu untermauern.

… if the sun became a shooting star, and gave us one last wish to have… (Not Today)

Hier wird deutlich in welch innigen Verhältnis sich Musik und Texte bewegen. Eine Trennung scheint schier unmöglich. Dan Smith erzählt dabei in einer mitreißenden Art und Weise, die den Hörer die Angst, die Verzweiflung und die Hoffnung, die den Songs innewohnt, mitfühlen und miterleben lassen. So entsteht das Gefühl, diese Songs, diese Gedanken schon ewig zu kennen.

My friends my family I can not keep you, you are your own, but I’ll fill my heart with you and weigh it down so I never go, or maybe take you with me so I’ll never really be alone. (Good News First)

Einfache Worte für eine einfache Wahrheit. Worte für eine Sehnsucht, deren Erfüllung in weiter Ferne liegt. Der jedoch die Einsicht und der Blick nach Vorne folgt, das Suchen und Finden nach Alternativen, die das Leben bietet. Das macht die Lyrics – oftmals in dunklen Farben geschrieben – so lesenswert. Denn es ist einfach beeindruckend wie die emotionalen Gegensätze sich immer wieder gegenseitig auflösen. So bliebt oft ein Gefühl von Traurigkeit zurück, aber auch stets ein großer Funken Zuversicht.

…the end is not the goal. Even seeds have to be planted and die to grow (Eyes To The Ground To Change)

Und genau das macht das ganze Album hörenswert und liebenswert. Eine ganz große Geschichte voller Magie. Eine Geschichte, die das Leben schreibt oder um es mit den Worten des letzten Songs zu nehmen It’s all happing the way it should!

Listener – Time Is A Machine

Label: Tangled Talk Records / Alive
VÖ: 02.August 2013

Trackliste
01. Eyes To The Ground For Change
02. Good News First
03. Not Today
04. Tornados
05. I Think It’s Called Survival
06. Everything Sleeps
07. There Are Wrecking Balls Inside Us
08. It Will All Happen The Way It Should

Hinweis: Coverfoto und Promo wurden mir von Backstage Broadcast PR zur Verfügung gestellt.

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