reinhören: kevin devine – bubblegum

Kevin Devine - Bubblegum CoverBubblegum ist eine Reise weit in die musikalische Vergangenheit von Kevin Devine. Liegt der Fokus des parallel veröffentlichen Albums Bulldozer auf ruhigen Folkstücken, ist Bubblegum eine krachige Indieplatte, die richtig rockt. Begleitet von The Goddamm Band haut er uns zwölf ausgelassene und schwungvolle Stücke um die Ohren, die vor Leichtigkeit und Energie nur so strotzen.


Mit seiner einmaligen Stimme, verzerrten Gitarren und einer Band im Rücken, die den Songs mit vielen raffinierten Spielereien die notwendigen Ecken und Kanten gibt, wütet Kevin Devine durch die Welt des Indierock, was Noble Prize, Private First Class und Fiscal Cliff gleich zu Beginn eindrucksvoll beweisen. Schräg, wild und wütend geht zur Sache. Diese Wut spiegelt sich so auch in den oft politischen und gesellschaftskritischen Texten wieder. Ob Wiki Leaks oder Finanzkrise, Mr. Devin nimmt kein Blatt vor den Mund.

“9 months in a hole. 3 years in a cage. For having a soul. The American way“

(aus Private First Class, das sich auf Bradley Manning bezieht, der im Juli 2013 in den USA zu 35 Jahre Freiheitsstrafe verurteilt worden ist, weil er Videos und Dokumente WikiLeaks zugespielt hat)

Eine wuchtige Produktion, für die sich Brand New Frontmann Jesse Lacey verantwortlich zeigt, verleiht den Songs zudem eine enorme Kraft, die sich über das ganze Album wirft. So fällt es auch kaum auf, dass nach den ersten drei Songs das Tempo stark zurückgenommen wird und wir uns plötzlich in sanften Popwelten wiederfinden. Doch schon Bloodhound schrabbelt wieder richtig gut. Bubblegum beginnt zwar verhalten, brettert dann jedoch los, reißt mit, lässt nicht los. Spätestens She Can See Me bricht alle Dämme und entwickelt sich mit eingängigen Riffs und Melodien neben dem Titeltrack zu dem Hit auf diesem Album.

Kevin Devine haut mit Bubblegum und Bulldozer gleich zwei gute Platten raus, die unterschiedlicher nicht sein können. Allein das spricht für das Können und die Vielseitigkeit des Mannes aus Brooklyn und macht beide Alben umso reizvoller. Hut ab. Freuen wir uns daher auf die anstehende Tour in den kommenden Wintermonaten.

Kevin Devine – Bubblegum

Label: Big Scary Monsters / Alive
VÖ: 18. Oktober 2013

Tracklist
01- Nobel Prize
02. Private First Class
03. Fiscal Cliff
04. I Can’t Believe You
05. Red Bird
06. Bloodhound
07. Bubblegum
08. Sick Of Words
09. Capybara
10. She Can See Me
11. Somewhere Unoccupied
12. I Don’t Care About Your Band

Hinweis: Das Coverfoto wurde mir freundlicherweise von Backstage Broadcast PR zur Verfügung gestellt.