reinhören: a wilhelm scream – partycrasher

Sechs Jahre war es recht ruhig in New Bedford, Massachusetts. Doch nun kehren A Wilhelm Scream mit ihrem vierten Album fast wie aus dem Nichts zurück. Und die neue Scheibe klingt als wären die letzten sechs Jahre lediglich die Ruhe vor dem Sturm gewesen. A Wilhelm Scream - Partycrasher FrontcoverDenn Partycrasher macht genau das was der Albumtitel verspricht. Die ersten Töne fegen ungemein frisch und druckvoll aus den Boxen und schon der erste Track reißt alles nieder was auch immer grade im Weg steht. Schlichtweg ein stürmischer Auftakt einer Wahnsinns-Punkrock-Party, die schließlich einen einzigen Trümmerhaufen zurücklässt.

Musikalisch bewegen sich A Wilhem Scream nach wie vor auf hohem Niveau und verstehen es auf unnachahmliche Weise Punkrock, Hardcore und Metal miteinander zu verschmelzen. Die beiden Gitarristen frickeln sich durch raffinierte Gitarrensoli und unglaubliche Riffs entfachen immer wieder ein höllisches Feuerwerk an wunderbaren Melodien. Eine jede Metalband wird sich hier neidvoll die Tränen aus den Augen wischen müssen. Bass und Drums brettern schnell und straight durch das Album. Verleihen so den Songs eine ordentliche Portion Härte. Darüber fegt die charismatische und immer röhrende Stimme von Nuno Pereira, die die facettenreichen Gefühlswelten jedes einzelnen Wortes in ein enorm überzeugendes Gewand kleidet.

Gleich der Opener Boat Builder stellt dies eindrucksvoll unter Beweis. Technische Raffinessen an allen Ecken und Enden, ein rasendes Schlagzeugspiel, die ersten catchigen Gesangparts wie „We are the noismakers, the modern wayfares“, ein Refrain „No guts no glory“, der sofort im Ohr hängen bleibt. Schon steht der erste Hit, dem zehn weitere mit immer neuen Arrangements und Ideen folgen. So spielt jeder Song mit Takten, Breaks, Melodien, mitreißenden Refrains und eingängigen Sing-A-Longs. Eine Spielerei, die dabei niemals außer Kontrolle gerät, sondern vielmehr das Können aber auch die Spielfreude der fünf Jungs eindrucksvoll unterstreicht.

Insgesamt eine feine Mixtur aus Melodie und Härte, die den Spielwitz und die Kreativität der Band auf den Punkt bringt. A Wilhelm Scream bestätigen mit Partycrasher einmal mehr, wo in Sachen melodischer Hardcore die Messlatte hängt. Genau hier.

Produziert wurde das Album von den beiden Gitarristen Trevor Reilly and Mike Supina im Black and Blue Studio. Damit zeigen die beiden, dass Sie ihr Handwerk nicht nur an Ihren Instrumenten verstehen. Denn die Boxen haben mit einem enorm fetten und wuchtigen Sound zu kämpfen, der dabei zu keiner Zeit überproduziert oder glatt daher kommt. Sondern schlicht und einfach einen perfekten Rahmen für die Dynamik und Power der elf Songs bildet.

A Wilhelm Scream – Partycrasher

VÖ: 18. November 2013
Label: No Idea Records

Trackliste
01. Boat Builders
02. The Last Laugh
03. Devil Don’t Know
04. Number One
05. Gut Sick Companion
06. Hairy Scarecrow
07. Ice Man Left A Trail
08. Sassaquin
09. Walkin’ With Michael Douglas
10. Wild Turkey
11. Born A Wise Man

A Wilhelm Scream - Bandfoto

Hinweis: Die Fotos wurden mir freundlicherweise von Uncle M zur Verfügung gestellt.