Konzertreview: Continental live in Düsseldorf

Continental - TourplakatKonzerte im Düsseldorfer Tube sind immer etwas Besonderes. Der Schuppen ist klein und gemütlich und bietet irgendwie die richtige Atmosphäre für ein schweißtreibendes Punkrockkonzert. Dabei ist das Tube entweder bis auf den letzten Quadratzentimeter gefüllt oder es verirrt sich lediglich ein gutes Dutzend Zuschauer in diese urige Hütte. Das Konzert von Continental, The Forum Walters und Turbolife gehörte wieder einmal zu den weniger gut besuchten Shows. Grade einmal 25 Leute waren zugegen (darunter alle zwölf Musiker!) als Turbolife aus Duisburg um kurz vor neun die Show eröffneten. Sicherlich haben alle Beteiligten mit wesentlich mehr Zuspruch gerechnet, was aufgrund des bisherigen Tourverlaufs von Continental und The Forum Walters auch durchaus zu erwarten war. Allerdings entwickeln diese kleinen, ja familiären Konzerte ihren ganz eigenen Charme. Insbesondere wenn alle Bands trotz des geringen Zuspruchs hundertprozentig bei der Sache sind und den wenigen Anwesenden ein gute Show bieten. Punkrock ist ja nun mal auch kein Mainstream. Oder doch? An diesem Abend definitiv nicht.

Continental, The Forum Walters, Turbolife – Düsseldorf Tube – 21.11.2013

Turbolife traten an diesen Abend nach eigener Aussage zum ersten Mal außerhalb ihrer Heimatstadt auf. Sieht man einmal von den recht peinlichen Sprüchen zwischen den Songs ab – es gibt wirklich schlechte und zudem unpassende Witze – gab es eine halbe Stunde straighten schnellen Punkrock, der mit kleinen Metalsoli und zweistimmigen Gesang durchaus zu gefallen wusste. Allerdings fehlten auch ein paar kleine Highlights und ein wenig Abwechslung, um nachhaltig in Erinnerung zu bleiben.

Im Gegenteil dazu sorgen The Forum Walters immer noch für temporäre Unordnung in meinem Köpfchen. Schon mit dem ersten Song hatten die vier Wiener mit ihrer groovigen Mischung aus Ska, Punkrock und ein wenig Psychobilly die Zuschauer im Griff. Dazu gab es auch noch richtig gute Texte und Ansagen zu ernsten Themen wie Rassismus, Sexismus und Kapitalismus, die so im krassen Gegensatz zu der fröhlichen Musik standen. Aber genau das macht eine gute Party aus. Den Ernst der Welt jederzeit vor Augen haben, aber den Spaß zu keiner Zeit aus den Augen verlieren. Und so tanzt und hüpft man auch gerne mit der Band um einen imaginären Weihnachtsbaum und schreit Parolen gegen braunes Gedankengut. Prima Auftritt einer äußerst sympathischen Band.

Nur wenig später ging es mit „Some good old school Boston Punk Rock & Roll“ weiter. Etwas mehr als eine halbe Stunde spielten Continental Songs ihres Debütalbums All A Man Can Do (Review). Und diese Songs sind wie geschaffen für einen fetzigen und schweißtreibenden Abend in einem kleinen Club, denn hier zünden die Songs so richtig. Rau und dreckig auf der einen Seite, das klingt nach harter Arbeit und kommt hier auch genauso rüber. Melodiös und voller Herzblut auf der anderen Seite. Hier spiegeln sich die schönen Seiten des Lebens wieder. Eine authentische Punkrockattitüde sowie ein paar kurze Lebensweisheiten von Rick Barton runden einen, wenn auch sehr kurzen, aber überzeugenden und leidenschaftlichen Auftritt ab. Immerhin wird es im nächsten Jahr eine neue Scheibe der vier Jungs aus Boston geben. Daher können wir uns auch schon auf die nächste Tour freuen. Also, wir sehen uns 2014 wieder.