mein veganer Jahresrückblick 2013

An vielen Stellen, insbesondere in Onlinemedien, konnte man im letzten Jahr lesen, dass „ein veganer Lifestyle die Welt erobert“. Die vegane Küche erobert die Restaurantszene1 oder die vegane Ernährung erobert die Uni-Mensa2, diese Sätze sind nachhaltig in Erinnerung geblieben. Doch seinen wir an dieser Stelle ehrlich. Das Wort erobern hat auf der einen Seite einen recht negativen, ja blutigen Beigeschmack. Im übertragenden Sinne auch alles andere als passend. Und ein Blick in die Geschichte verleiht diesem Wort wahrlich keinen Ehrenpreis. Auf der anderen Seite sind vegan lebende Menschen immer noch eine überschaubar kleine Minderheit hierzulande, die jedoch, wenn auch langsam, immer größer wird. Ausdruck findet dies in immer mehr Blogs im WorldWideWeb, die sich mit diesem Thema beschäftigen, und einer stetig wachsenden Zahl veganer Kochbücher – zuweilen sogar Bestsellern – in den Regalen vieler Buchhandlungen.

Das sind sicherlich Gründe, warum das Thema „Veganismus“ in den Medien immer mehr Aufmerksamkeit – positiv wie negativ – findet. Die ZEIT widmete diesem Thema gar eine umfangreiche Themenwoche. Auffällig war im letzten Jahr insbesondere die steigende Anzahl von Berichten und Reportagen, die eine vegane Ernährung durchaus positiv beurteilen. Sowohl Spiegel Online3 als auch die WDR Lokalzeit4 veröffentlichten darüber hinaus Beiträge über eine vegane Ernährung im Kindesalter. Gemein war allen Beiträgen, dass eine vegane Ernährung ohne Mangelerscheinungen möglich ist, wenn man sich ausführlich mit diesem Thema beschäftigt, sich informiert und sich schließlich „an die Regeln“ hält. Bekräftigt wurde dies durch den australischen Forschungsrat5, der eine vegane Ernährung in allen Lebenslagen ausdrücklich als gesund bezeichnet und sich somit der amerikanischen ADA6 (American Dietetic Association) anschließt.

Daneben ist das Angebot an veganen Lebensmitteln stark gewachsen. So eröffnet nicht nur das Veganz deutschlandweit immer mehr Filialen. Darüber hinaus finden sich immer mehr vegane Produkte in Supermärkten und Discountern. Man mag das kritisch sehen, aber in einer Stadt mit grade einmal einem Bioladen ist das einfach wunderbar. So findet man in Kauflandfilialen zum Beispiel neben einer großen Auswahl an Soja- und Haferdrinks, pflanzlichen Aufstrichen, Tofu und Sojaghurt nun auch veganen Schnitt- und Schmelzkäse (Wilmersburger), Sojasahne (Leha Schlagfix), Aufschnitt, Sojacuisine und vieles mehr.

Neben dem erweiterten Angebot an rein pflanzlichen Produkten hat sich auch in dem sonst eher verschlafenen Städtchen Duisburg in dieser Hinsicht im Laufe des letzten Jahres einiges getan. Mit dem veganem Lädchen gibt es nun einen ersten, wenn auch kleinen, Laden, der ausschließlich vegane Produkte führt. In gleich mehreren Restaurants und Imbissbuden werden nun auch vegane Gerichte angeboten. So zum Beispiel Pommes, Vurst, Frikkos, Mayo und noch mehr im Frittenwahn (Bericht), Tex-Mex-Gerichte bei Mexican Hat und orientalisches im Bistro LoLu.

Nach längerer Pause findet seit Oktober 2013 wieder der monatliche vegane Brunch in Duisburg statt. Mit neuem Organisationsteam – die gute Fee des Brunches steht aber weiterhin mit Rat und Tat zur Seite – ging es zunächst im Oktober im kleinen Rahmen lecker und gemütlich weiter (Bericht). Zum Dezemberbrunch schlugen sich bereits über 70 Schleckermäuler – darunter auch viele Kinder – im Kirchencafe der evangelischen Kirchengemeinde Duisburg-Walsum die Bäuche voll.

Sicherlich gab es 2013 noch viele weitere wichtige Meilensteine, die ich hier aufzählen könnte. Doch bereits die hier aufgeführten Aspekte lassen mich mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Und diese Zukunft beginnt heute. Mit vielen kleinen Schritten auch in Duisburg.

 Quellenverzeichnis

(1) ZEIT Themenwoche: http://www.zeit.de/lebensart/2013-10/thema-vegan-leben-ethik-dogma-lifestyle/seite-2

(2) Umweltjournal: http://www.umweltjournal.de/AfA_naturkost/20112.php

(3) Spiegel Online: http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/vegetarismus-kann-bei-kinder-zu-mangelerscheinungenfuehren-a-938216.html

(4) WDR: http://www.youtube.com/watch?v=uGJg9unwppY

(5) Australian Dietary Guidelines: www.eatforhealth.gov.au

(6) ADA: http://www.eatright.org