Konzertbericht: Captain’s Diary live in Dinslaken

Das war einer der Konzerte, die traurig machen. Traurig, weil Konzerte dieser Art viel zu selten stattfinden. Aber auch eins der Konzerte, über die man sich noch lange freut und nachdenkt. So das „Wohnzimmerkonzert“ von Captain’s Diary am 22. März im Labor 22 in Dinslaken Lohberg. Captain’s Diary alias Sebastian Müller hatte zu Kaffee oder Tee – so der Titel eines Songs auf seinem aktuellen Album Als Munition die Illusion – geladen.

Captain's Diary live im Labor22 ©Eight Fingers Down

Captain’s Diary live im Labor22 ©Eight Fingers Down

außergewöhnliches Konzert in einem sehr intimen Rahmen

Daher ging es auch schon zu ungewöhnlicher Stunde um vier Uhr am Nachmittag los. Während es draußen bei kalten Temperaturen regnete, lauschten im Foyer des Labor 22 knapp zwanzig Besucher bei warmen Getränken und veganem Kuchen in ruhiger und intimer Atmosphäre den Geschichten aus dem Tagebuch des Captains. Dieser spielte im Laufe des Nachmittags zwei Sets von jeweils knapp 30 Minuten. Im Vordergrund standen natürlich die Songs des aktuellen Albums, das im Februar auf Tanz auf Ruinen (als Vinylversion) erschienen ist. Und daher wundert es auch nicht, dass dieses Konzert im Foyer des Labor 22 stattfand, denn das Labor 22 ist zugleich auch die Heimat von Tanz auf Ruinen.

Da das Tagebuch des Captains ja mittlerweile schon einige Kapitel aufweist, gab es natürlich auch Songs der älteren Scheiben zu bewundern. Insgesamt eine schöne Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart. Und irgendwie sind die Songs und insbesondere die Stimmung, die die Songs hier transportieren, wie gemacht für diesen kleinen intimen Rahmen. Wenn Sebastian Müller über D.I.Y und dem heißesten Scheiß, der ihm immer noch egal ist, singt, dann nimmt man ihm das in diesen Moment zu einhundert Prozent ab. Selbst wenn man nicht in einem Schaukelstuhl in Lohberg sitzt (aus Im Schaukelstuhl in Lirich), sondern lediglich auf einem kleinen Holzstuhl, so kann man sich entspannt zurücklehnen, seinen Kaffee schlürfen (natürlich bio und fair), ein Stück Kuchen verputzen, einfach mal für zwei Stunden völlig abschalten und sich nur auf die Musik konzentrieren. Ein Blick in die Runde zeigt, dass es fast allen Anwesenden genauso geht. So bedankt man sich nach jeden Song mit viel Applaus und singt bei dem einen oder anderen Woah auch gerne mit.

Um kurz vor sechs ist schließlich Schluss und in Erinnerung bleibt ein sehr schönes Konzert in einem außergewöhnlichen Rahmen an einem ungemütlichen Samstagnachmittag. Vielen Dank Captain’s Diary und ein dickes Lob an das Team aus dem Labor 22. Immer wieder gerne.

Hinweis: Das Bildmaterial wurde mir freundlicherweise von Eight Fingers Down (facebook.com/eightfingersdown) zur Verfügung gestellt.