reinhören: apologies i have none – black everything

Apologies I Have None - Black Everything CoverDie Zeiten ändern sich und bringen oft ungeahnte Veränderungen mit sich. Vor knapp zwei Jahren legten Apologies I Have None mit ihrem Debutalbum London ein hymnenhaftes Werk ab, das mit einer positiven musikalischen Grundstimmung das Herz bewegte. Dass jedoch Dan Bond auf sehr kritische Art und Weise mit seiner Heimatstadt abrechnete, geriet dabei hin und wieder, jedoch alles andere als gerechtfertigt, in den Hintergrund. Doch das Leben von Dan Bond zieht seit wenigen Monaten andere Kreise. Nun schwingt Josh Mckenzie die lyrische Feder, schreibt Geschichten und erzählt eben diese nun ganz allein. Und das klingt ungemein düster. Über die alte Fröhlichkeit liegt nun ein tiefer schwarzer Schatten, durch den nur noch selten etwas Licht zu strahlen vermag. Getragen von einer schwermütigen Melancholie setzt sich Josh Mckenzie mit den Schattenseiten des Lebens auseinander und lässt uns ganz tief in eine dunkle Seele blicken. Black Everything. Der Titel der neuen EP bringt es auf den Punkt.

Gleich der Fünf-Minuten-Opener Raging Through The Sick And Heavy Darkness Of A Bloodlust wühlt sich zunächst ruhig und schwer durch Herz und Seele, wirkt niedergeschlagen, bisweilen auch dramatisch. Entlädt dann jedoch in kraftvollen Gitarrenwänden eine enorme Wut gegen die eigene Existenz, mit der man definitiv nicht im Reinen ist.

„…I turned away from everything that makes a person good. I’m in a war with my own mind. If I said what I was thinking, you would think that I had lost it this time…”

Das folgende Stück erinnert noch am meisten an das Vorgängeralbum. Hier werden sogleich Erinnerungen an herzzerreißende Stücke wie Sat In Vicky Park wach, denn auch Two Bombs in a Box startet mit einem packenden Refrain, der auch andeutet, dass die Trennung von Dan Band alles andere als einfach zu verarbeiten war.

„How the fuck did I not see this coming? I should have known.”

Das nun melodische Gitarrenspiel, der Hintergrundgesang, all das wirkt harmonisch, zeigt aber auch eine tief sitzende Traurigkeit, welche sich durch die gesamte EP zieht. Die letzten beiden Songs Coffee, Alcohol, Codeine, Repeat und The Claritay Morning wirken weniger zwingend, halten die düstere und emotionale Atmosphäre jedoch aufrecht, bleiben fragil und jederzeit melancholisch. Schwingen zwischen anregend und gefährlich.

„From this point on, don’t give a fuck about everyone. Don’t give a fuck about anything.”

Apologies I Have None haben das entsprechende Feingefühl für dunkle Nuancen, zeigen ihre sehr persönliche und intime Seite und packen all das in einen erdrückenden und niedergeschlagenen Sound. Dabei öffnet sich Black Everything nur langsam, wird mit jedem Durchlauf jedoch umso interessanter. Auch wenn das hier und jetzt alles andere als optimistisch klingt, man darf auch die Zukunft von Apologies I Have None gespannt sein.

Apologies I Have None – Black Everything (EP)

VÖ: 9. Mai 2014
Label: Uncle M

Trackliste:
01. Raging Through The Sick And Heavy Darkness Of A Bloodlust
02. Two Bombs in a Box
03. Coffee, Alcohol, Codeine, Repeat
04. The Claritay Morning

Hinweis: Das Bildmaterial und eine Promoversion des Albums wurden mir freundlicherweise von Uncle M zur Verfügung gestellt. Danke hierfür. Und natürlich steht die Vinylscheibe schon in meinem Plattenregal.