reinhören: only crime – pursuance

Only Crime - PursuanceBeharrlichkeit. Das ist der Titel des neuen Albums von Only Crime. Zugleich auch der Antrieb mich mit dieser Scheibe auseinanderzusetzen. Kein Anflug von Leidenschaft, eher ein Hauch von Pflichtgefühl, vor allem aber Beharrlichkeit, denn die ersten beiden Scheiben dieser „Allstarband“ waren eine recht traurige Enttäuschung. Doch bei Namen wie Good Riddance, Descendents, Converge, Bane und Modern Life Is War wird man nichtsdestotrotz immer wieder hellhörig und vergisst die Vergangenheit, denn die Referenzen der Jungs sprechen einfach für sich. Und nun, Volltreffer! Mit Pursuance haben sie mich. Beharrlichkeit hat sich im Laufe der Jahre nicht nur für Only Crime ausgezahlt.

Die Jungs um Good Riddance Sänger Russ Rankin haben auf ihrem nunmehr dritten Album das Rad sicherlich nicht neu erfunden, denn viele Momente sind eine Wiederholung der letzten dreißig Jahre. Doch all das stört nicht wirklich, denn Only Crime machen im Gegensatz zu vielen anderen Bands ihre Sache gut.

Hier fliegt uns nun eine fette Mischung aus oldschool Punkrock und Hardcore mit ordentlich Tempo und Drive um die Ohren. Rau, frisch, eingängig und ein stetiges Hin und Her zwischen dreckigen Stücken wie Contagious, schnellen Songs wie See It Die, No Truth In Love und Drowning und melodischen Nummern wie In Blood und One Last Breath.

Unverwechselbar ist dabei das unnachahmliche Schlagzeugspiel von Bill Stevenson und der rotzige Gesang von Russ Rankin. So hört man an vielen Stellen wie in Life Was Fair den Charme der Descendents, der Geist von Good Riddance ist eh allgegenwärtig. Unterstützt werden die beiden durch feine Stimmen im Hintergrund, welche die mal wütenden, mal traurigen Momente gekonnt intensivieren, und einer verspielten, jedoch präzisen Gitarrenarbeit. Dazu die gewohnt nachdenklichen und kritischen Texte von Russ Rankin über das Leben, über Enttäuschungen und über Träume, die sich nicht erfüllt haben. Insgesamt der richtige Stoff für gute Punkrock- und Hardcore-Songs.

So schenken uns Only Crime mit Pursuance ein Album, das vielleicht nicht für die Ewigkeit gemacht ist, aber eins, das definitiv Spaß macht und aufgrund tiefsinniger Texte zum Nachdenken über das Hier und Jetzt einlädt.

Only Crime – Pursuance

VÖ: 16. Mai 2014
Label: Rise Records

Trackliste:
01. We Are Devided
02. Contagious
03. In Blood
04. One Last Breath
05. Drowning
06. Absolution
07. No Truth In Love
08. Find Yourself Alone
09. Life Was Fair
10. See It Die
11. Emotiness And Lies
12. Bred To Fail

Hinweis: Das Bildmaterial und eine Promoversion des Albums wurden mir freundlicherweise von Uncle M zur Verfügung gestellt. Danke hierfür.