Konzertbericht: Joe Ginsberg / John Allen live in Oberhausen

Zwei Konzerte in acht Tagen, die unterschiedlicher nicht sein können. Nachdem ich in der letzten Woche einen beeindruckenden Auftritt von Converge im Kölner Underground erleben durfte, ging es in dieser Woche etwas ruhiger zu, denn Joe Ginsberg und John Allen hatten ins Oberhausener Druckluft geladen. Grund genug mal vorbei zuschauen.

Joe Ginsberg / John Allen – Oberhausen / Druckluft – 14.08.2014

Konzerte im Druckluft sind ja eher eine späte Angelegenheit, vor neun Uhr am Abend steht hier nur selten jemand auf der Bühne. Das sollte heute nicht anders werden und so griff John Allen um kurz nach neun zur Gitarre, um ohne große Vorrede im gut besuchten Druckluft loszulegen. Er wirkte zwar etwas müde, was er selbst mit einem Augenzwinkern auf die Gesellschaft von Joe Ginsberg zurückführte, wusste aber dennoch mit seiner kraftvollen Stimme und seinen zumeist gefühlvollen Songs zu überzeugen. Die Songs wirken lebendig, die Texte authentisch. Tatsachen, die zumindest an diesem Abend für eine angenehme und familiäre Atmosphäre sorgten. Also genau die Atmosphäre, die einen schönen Singer-/Songwriter Abend ausmacht. Zudem scheint John Allen bereits auf eine wachsende Fanbasis bauen zu können, denn viele Zuschauer*Innen konnten die Texte mitsingen und folgten jederzeit John Allens Aufforderungen den einen anderen Refrain oder die Backgroundvocals zu übernehmen. Insgesamt ein schöner Auftritt. In diesen kleinen Schuppen immer wieder gerne.

Nur wenig später stand auch schon Joe Ginsberg auf der Bühne. Nachdem ich Ihn nun schon unzählige Male als Begleiter von Chuck Ragan und im Rahmen der Revival Tour gesehen habe, war ich doch sehr gespannt wie sich Joe Ginsberg auf Solopfaden präsentiert. Frisch verheiratet und somit auf Flitterwochen unterwegs zeigte Joe Ginsberg dann auch gleich mit dem Opener Golden State, dass er nicht nur ein begnadeter Bassspieler ist, sondern auch mit der Akkustikgitarre wunderbare Melodien hervorzaubern kann. So zeigt er an diesem Abend eindrucksvoll, dass Bass- und Gitarrespielen seit seiner Kindheit seine Leidenschaften sind. Egal ob leise und zärtlich oder laut und impulsiv, ob alte oder neue Songs oder ein Bright Eyes Cover, die Musik passt jederzeit zu seinen teils recht skurrilen Geschichten, so dass Musik und Worte wunderbar miteinander harmonieren. Jede Menge Ansagen zum Schmunzeln runden einen tollen Auftritt ab, dem hoffentlich noch viele weitere hierzulande folgen werden.

Dieser Auftritt und auch dieser Abend fanden ihren Höhepunkt schließlich in einer gemeinsamen Nummer, Tom Pettys Learning To Fly, mit der zwei glückliche Musiker ein nicht minder glückliches Publikum zurück ließen. Vielen Dank für diesen wunderschönen Abend.