reinhören: john allen – sophomore

John Allen - Sophomore FrontcoverCountry, Folk, ein Hauch von Punkrock. Ein Singer-/Songwriter und eine raue Stimme, die Geschichten aus dem Leben erzählt. Ein gutes Gerüst für ein Genre, das in den letzten Jahren einen steten Boom erfahren hat. Da ist es gar nicht so einfach, eine dieser raren glänzenden Perlen zu entdecken, die mehr zu bieten haben als ein musikalisches Grundgerüst. Eben diese Perlen, die das Leben nachhaltig bereichern. Eine solche ist das neue Album von John Allen, das zwischen Rauheit und Romantik und mit zehn wundervollen Stücken das Herz bewegt.

Sophomore begrüßt uns am New Years Eve mit viel Schwung und Tempo, schmeißt mit einer großen Portion Ironie alle getroffenen guten Vorsätze wieder über Bord und stellt auch gleich mal fest, dass der letzte Tag im Jahr auch nichts Besonderes ist. Ganz im Gegensatz zu diesem Album und den Geschichten von John Allen, die auf eindringliche Weise – begleitet von Gitarre, Fidel, Schlagzeug und Akkordeon – die unterschiedlichen Facetten des Lebens zeigen.

“If you searching for a home, just go where your heart tells you to go”. (aus Home)

Die Suche nach einem Platz im Leben, nach einem Zuhause. Man folgt und hört seinem Herzen, erinnert sich an alte Liebschaften, an all den Schmerz, der doch keine Träne Wert war. Freut sich über die vielen engen Freundschaften, die die Jahre überdauert haben (Blood Brothers). Sieht rückblickend die eigenen Fehler, man ist schließlich auch nur Mensch und das Leben wahrlich kein Zuckerschlecken.

“Dying is much simpler than it looks like, while living is much harder then it seems, And if you ask me what i am doing, i say: all i am doing ist trying… To survive.” (aus It’s Raining Every Day).

Melancholische Momente, die jedoch umgehend in Kraft für lautstarken Protest gewandelt werden. Schließlich sieht es anderswo noch weitaus beschissener aus.

“Freedom is just another word for petrol, steel and chrome.” (aus Freedom)

Doch das ist Vergangenheit, das sind traurige Gedankenspiele. Ein Lächeln am Ende des Tages, eine sanfte Berührung, ein paar nette Worte. Das Leben kann auch großartig und wunderschön sein (Lessons I Have Learned).

Ein feines Klavierspiel, ein Good Bye und Famous Last Words lassen uns schließlich in Tagträumen versunken zurück. Und nach diesen letzten Worten bleibt nur eins, diesen Typen aus Hamburg müsste man mal einladen, um all diese Songs mit ihm zusammen zu singen. Denn mal ehrlich, das sind genau die Stories, die das Leben schreibt. Nur hat John Allen hierfür die richtigen Worte gefunden und unterstreicht diese mit den jederzeit treffenden instrumentalen Arrangements. Ein Rock’n’Roll Romeo eben.

Und wenn er schließlich im letzten Song die Frage stellt „Will you remember me when I’m gone?“ kann man ihm nur die Hand auf die Schulter legen und antworten „Hey John, wie soll ich Dich nach diesen wundervollen Songs vergessen?“.

John Allen – Sophomore

VÖ: 29. August 2014
Label: Gunner Records

Trackliste:
01. New Years Eve
02. Home
03. Night Falls Over Reno
04. Springtime
05. Blood Brothers
06. Rock’n’Roll Romeos
07. It’s Raining Every Day
08. Freedom
09. Lessons I Have Learned
10. Famous Last Words

Hinweis: Das Bildmaterial und eine Promoversion des Albums wurden mir freundlicherweise von Gunner Records zur Verfügung gestellt.