Konzertbericht: ManLiftingBanner live in Düsseldorf

War ich früher Stammgast im AK47 lassen sich meine Besuche in den letzten Jahren mit nur wenigen Fingern abzählen. Eine Tatsache, die ich mir selbst nicht so recht erklären kann. Schließlich spielen hier regelmäßig tolle Bands und zudem ist das AK47 ein Schuppen, in dem ich mich sehr wohlfühle. Klein, feine Aufmachung, ein insgesamt korrektes Weltbild, faire Preise und jederzeit ein gute und vor allem friedliche Atmosphäre. Doch die passende Ausrede, das eine oder andere Konzert nicht zu besuchen, fand sich immer. Warum ich zum Beispiel ManLiftingBanner 2013 verpasst habe? Keine Ahnung. Der Grund kann daher nicht so wichtig gewesen sein. Zumal ich diese Band nun schon seit über 20 Jahren liebe. Schließlich gehören ManLiftingBanner zu den Bands, die mein jugendliches Denken in jener Zeit maßgeblich mit beeinflusst haben. Genau, es gab noch eine andere Wirklichkeit fernab eines behaglichen und idyllischen Großstadtlebens. Das ist sicherlich ein Grund, warum mir diese Band auch heute immer noch wichtig ist. Ohne Zweifel hat die neue Scheibe (Red Furyhier könnt ihr meine Review lesen) das noch einmal lautstark untermauert. Daher gab es auch keine Ausreden, um am 13. Dezember nicht nach Düsseldorf ins AK47 zu fahren.

ManLiftingBanner - AK47 Tourposter

Im Kontext politischer und gesellschaftskritischer Themen sind das AK 47 und Bands wie eben ManLiftingBanner sicherlich eng miteinander verbunden. Und in der Regel geht es bei Konzerten im AK 47 daher nicht nur um Musik, sondern vielmehr auch um Inhalte. So zumindest meine Auffassung. Eine Auffassung, die so jedoch nicht von allen Anwesenden an diesem Abend geteilt wurde. „Hört auf zu labern. Spielt endlich was.“ Mit diesen Worten wurden die Ansagen von ManLiftingBanner Sänger Michiel nicht nur einmal kommentiert. Hey, da hat jemand wohl nicht realisiert wer da eigentlich auf der Bühne steht. Mal ganz abgesehen von einer gewissen Geringschätzung der Jungs auf der Bühne passt das hier nun mal so gar nicht. Nicht falsch verstehen, Pogo und Spaß gehören auch dazu. Doch es gibt Dinge, die sind mehr als nur fehl am Platz. Und dazu gehören definitiv Sätze wie die eben erwähnten und eine „Mir-ist-das-alles-Scheißegal-Einstellung“ erst recht. Kann man ja mal drüber nachdenken. Naja, vielleicht sehe ich das ja auch zu eng. Immerhin standen neben ManLiftingBanner mit Static Void und Iron Wolf gleich zwei weitere gute Bands auf der Bühne, die zusammen mit ManLiftingBanner für einen tollen Abend im AK 47 sorgten.

Melodischer Hardcore, der eine feine Prise DC-Spirit und einen fetten Helmet-Groove mitbringt. Das ist der Sound von Static Void. Iron Wolf bringen ähnlich melodiösen Hardcore, der jedoch mit verspielten Gitarrenriffs und eher rockigen Parts daherkommt, während sich der Sänger die Seele aus dem Leib schreit. Insgesamt zwei gute Auftritte, die bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Anschließend dann ManLiftingBanner. Ob Songs vom aktuellen Album Red Fury oder Klassiker wie Sister oder Commitment aus den frühen Neunzigern, mit voller Wucht wird jeder Song auf den Punkt gebracht. Auch nach über 20 Jahren sind die fünf alten Männer (Zitat von Sänger Michiel) in Puncto Power nur schwer zu übertreffen. Dabei immer kritisch, direkt und mit einer beeindruckend positiven Attitüde. Mehr muss man ich gar nicht sagen. Genauso liebe ich Hardcore. Starker Auftritt und ein großartiger Abend.

Hinweis: Hangin‘ Tough standen aus mir unbekannten Gründen nicht auf der Bühne.