reinhören: Mörser – V

Mörser - V (Frontcover)Lieben oder hassen. Dazwischen ist nichts. Auch auf ihrem neuen, nunmehr viertem Full-Length Album zelebrieren Mörser genau das, das Extreme. Zu viel Krach, zu viel Schmerz, zu viel Hass. Die Einen werden sich reflexartig die Ohren zu halten und schreiend das Weite suchen. Für alle anderen ist V eine weitere Offenbarung in puncto extremer Musik.

Mörser wüten auch 2015 kompromisslos durch Death Metal, Grincore, Metal und Hardcore. Wo andere Bands sich Grenzen setzen, werden diese hier einfach niedergerissen. Denn genau das gibt es in der Welt von Mörser nicht: Grenzen. Standards und Konventionen haben hier absolut keine Bedeutung, werden schlicht und einfach ignoriert oder zerstört. Hier wird mit solch einer Brutalität und Aggressivität einfach alles gegen die Wand geschmettert, was sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen kann. Und V klingt noch lauter, noch härter, noch schneller als in der jüngeren Vergangenheit.  Gleich der Opener All to suffer stellt das eindrucksvoll unter Beweis und leitet einen Wahnsinns -Höllentrip ein. Doch selbst in diesem gnadenlosen Inferno entdeckt man diese eingängigen Parts, die Mörser von anderen Bands unterscheidet. Während Bass und Schlagzeug mit teils vertrackten Rhythmen um sich werfen, jonglieren zwei Gitarren zwischen harten und verdrehten Riffs und bringen mit einigen aufkeimenden Melodien und kleinen Metalsoli sogar etwas Licht in diese Finsternis. Doch all diese Momente sind nur von kurzer Dauer. Nach wenigen Augenblicken werden diese durch die nächste rasende Passage nieder geprügelt. Aber dennoch, insgesamt klingt das verspielter und grooviger als zuletzt. Dazu vier wutgetränkte Sänger und vier unglaublich derbe Stimmen, die sich allesamt derart fies ins Mark wühlen, dass es einfach nur schmerzt. Cleane Gesangparts? Fehlanzeige. Doch das passt.

Sicherlich wirft all dies die Frage auf, warum man sich das eigentlich freiwillig antut und in meinem Falle diese Scheibe immer wieder und wieder auflegt. Schließlich grenzt das irgendwie nach Selbstzerstörung. Nun, ganz einfach. Schon nach wenigen Sekunden schießt das Adrenalin durch den Körper. Man spürt diese unglaubliche Wucht, diese Power in jeder Pore des Körpers. Der Puls ist permanent auf 180. Man fühlt sich wie auf einer höllischen Achterbahnfahrt. Das ist einfach ein Kick, ein geiler Trip, den man immer wieder fühlen und spüren mag. OK, das tut weh. Und wie. Dennoch, diese Scheibe macht einfach nur Spaß. Und ganz ehrlich,  warum sich mit weniger zufrieden geben.

Mörser – V

VÖ: 27.02.2015
Label: Speckflag Records

Trackliste:
01. All to suffer
02. Lost in the days
03. Absorbing
04. The surface
05. Closed hatches
06. Dead run
07. Alle nach Gabi hin
08. Dirt crawler
09. Carol
10. Of grenades
11. Patina reminder
12. Greatful (,) dad
13. Outro

Hinweis: Das Bildmaterial und eine Promoversion des Albums wurden mir freundlicherweise von Gunner Records zur Verfügung gestellt.