Größte Krankenversicherung der USA empfiehlt vegane Ernährung

In den USA steht man der veganen Ernährung ja schon seit einiger Zeit offen und positiv gegenüber. So heißt es zum Beispiel im Positionspapier der weltgrößten Ernährungsorganisation, der Academy of Nutrition and Dietetic (ehemals ADA):

Es ist die Position der ADA, dass angemessen geplante vegetarische Ernährungsformen, inklusive der streng vegetarischen, veganen Ernährung, gesund und vollwertig sind sowie gesundheitliche Vorteile in der Vorbeugung und der Behandlung von bestimmten Krankheiten bieten können. Weiter heißt es, dass gut geplante vegetarische Ernährungsformen während des gesamten Lebenszyklus geeignet sind – inklusive Schwangerschaft, Stillzeit, Säuglingsalter, Kindheit und Erwachsenenalter sowie auch bei Sportlern (aus 2009).


Genau diese Position vertritt nun auch die größte US-amerikanischen Krankenversicherung Kaiser Permanente (eine Empfehlung, falls nicht möglich, schließe ich mal aus). Hier insbesondere den gesundheitlichen Aspekt, d.h. die Vorbeugung und Behandlung bestimmter Krankheiten. Darunter Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes mellitus II, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und auch Krebs. Die Behandlung dieser und anderer (sogenannter) Zivilisationskrankheiten verursachen hohe Kosten für Behandlung, Klinikaufenthalte, Krankengeld und vor allem Arzneimittel. Daher ist Verbeugung in allen Fällen die bessere und auch günstigere Alternative. Diese geht einher mit einem gesünderen Lebensstil und somit mit einer gesünderen Ernährung. Laut Kaiser Permanente erreicht man eine gesündere Ernährung am besten mit einer auf Pflanzen basierten Ernährung. Dabei wird von Fleisch, Milchprodukten, Eier sowie raffinierten und stark verarbeiteten Nahrungsmittel ausdrücklich abgeraten. Was bleibt übrig? Eine vegane Ernährung. Genau die empfiehlt Kaiser Permanente zur Vorbeugung von Erkrankungen und zudem zur Verbesserung der Lebensqualität.

Was genau sind laut Kaiser Permanente die gesundheitlichen Vorteile der veganen Ernährung:

  • niedrigerer Cholesterinspiegel, niedrigerer Blutdruck und niedrigerer Blutzucker
  • Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • ein längeres Leben
  • ein gesünderes Gewicht
  • ein reduziertes Risiko für Krebs und Diabetes
  • kann die Progression von verschiedenen Krebserkrankungen erniedrigen
  • verringerte Symptome bei Rheuma oder Arthritis
  • weniger Medikamente sind erforderlich
  • niedrigere Kosten für Lebensmittel
  • gut für die Umwelt

Bereits im Jahr 2013 hat Kaiser Permanente daher eine Broschüre „The Plant-Based Diet – a healthier way to eat“ veröffentlicht, welche die Vorteile einer veganen Ernährung aufzeigt. Darüber hinaus gibt diese Broschüre jede Menge Tipps für den Einstieg in die vegane Ernährung. Darunter Ernährungspläne, Informationen zu einigen wichtigen Nährstoffen und zahlreiche Links zu weiterführenden Informationsquellen.

Die Broschüre kann man hier als PDF herunterladen.(1)

Zwei Punkte, die mir weniger gut gefallen haben, möchte ich hier noch kurz ansprechen:

  • Auf der einen Seite werden wichtige Nährstoffe wie Vitamin B12, Kalzium, Zink, Eisen und Vitamin D aufgeführt. Im Kapitel Nahrungsmittelauswahl wird jedoch nur die in den aufgeführten Nahrungsmitteln enthaltenen Menge Protein aufgeführt. Die jeweilige Menge von Eisen etc. wäre hier auch sinnvoll gewesen.
  • Es ist bekannt, dass Kaffee (Koffein) und Tee eine hemmende Wirkung auf bestimmte Stoffe wie zum Beispiel Eisen haben. Im Gegensatz dazu fördert Vitamin C die Eisenaufnahme aus pflanzlichen Nahrungsmitteln. In der Broschüre werden jedoch zwei Beispiele für ein tolles und auch eisenhaltiges Frühstück aufgeführt, welche jedoch auch Kaffee und Tee beinhalten. Hier wäre eine andere Kombination, z.B. anstatt Kaffee /Tee ein Glas Orangensaft durchaus sinnvoller gewesen. Das Frühstück am zweiten Tag (Haferflocken / -brei mit Heidelbeeren, Walnüssen und Sojadrink) beinhaltet zwar mit Heidelbeeren eine gute Vitamin C-Quelle. Allerdings besteht das Problem, dass sich hemmende und unterstützende Wirkung hier ein wenig im Wege stehe. Natürlich muss man nicht auf Kaffee und Tee verzichten. Lediglich die gleichzeitige Aufnahme mit z.B. eisenhaltigen Nahrungsmitteln pflanzlichen Ursprungs ist nicht unbedingt empfehlenswert.

Kaiser Permanente geht neben ihrer Empfehlung noch einen Schritt weiter. Sie empfiehlt auch allen Ärzt*Innen Ihren Patient*Innen eine vegane Ernährung zu empfehlen.(2)

Auch wenn es sicherlich vorrangig um wirtschaftliche Gründe geht (OK, das mag ketzerisch klingen), der gesundheitliche Aspekt ihrer Kunden liegt der Kaiser Permanente mit großer Wahrscheinlichkeit auch am Herzen. Zumindest hoffe ich das.

Hoffen wir weiterhin, dass auch hierzulande in naher Zukunft ein Umdenken stattfinden wird. Bei offiziellen Stellen wie der DGE, aber auch bei den Krankenkassen. Schließlich weisen diese auch jedes Jahr aufs Neue auf die immensen Kosten im Gesundheitswesen hin.

Quellen:
Den Hinweis auf den oben aufgeführten Inhalt habe ich auf der Internetpräsenz der veganen Gesellschaft Österreich unter http://www.vegan.at/inhalt/krankenkasse-empfiehlt-vegane-ernaehrung entdeckt. Vielen Dank hierfür! Aus diesem Anlass habe ich mich mit der aufgeführten Broschüre der Kaiser Permanente auseinander gesetzt. Für ausführliche Infos siehe Quellenverzeichnis unter 2.

1. http://mydoctor.kaiserpermanente.org/ncal/Images/New%20Plant%20Based%20Booklet%201214_tcm28-781815.pdf
2. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3662288/