reinhören: a place to bury strangers – transfixiation

A Place To Bury Strangers - Transfixation (Cover)Eine Struktur? Der Klang ist zu verzerrt, um diese zu finden. Ein roter Fanden? Der ist sicherlich vorhanden. Doch in all dem Krach kann ich keinen klaren Gedanken fassen. Ein Konzept? Kann sein. Doch das ist alles derart überdreht und übersteuert, dass ich nichts Greifbares finde, um auch nur ansatzweise mit der Suche beginnen zu können. Harmonie? Warum denke ich daran eigentlich? Stellt sich die Frage, warum ich mir das antue. Schließlich tut das höllisch weh. Ich stoße an meine Grenzen. Weiß nicht, wie ich mit all den Rückkopplungen, all den Feedbacks, all den zerreißenden Frequenzen, die sich permanent in grenzwertigen Bereichen bewegen, umgehen soll. Es pfeift, es rauscht, es knistert an allen Ecken und Kanten. Bisweilen ist der Schmerz kaum auszuhalten. Doch ich weiß, ich muss, nein, ich will da durch.

ein musikalisches Erlebnis der besonderen Art

Schmerz hin oder her. Das ist auch ein Gefühlserlebnis der besonderen Art. Ein Erlebnis gegen alle Regeln, gegen Konventionen. Ein Erlebnis ohne Kontrolle, ohne Grenzen. Nur eins ist gewiss, all diese Begriffe haben im Sounduniversum von A Place To Bury Strangers keinerlei Bedeutung. Auch auf ihrem neuen Album stellen die drei New Yorker das Gewöhnliche auf den Kopf. Schaffen Sound- und klangwände, nein, das trifft es bei weiten nicht. Schaffen Sound- und Klangwelten, die ihres Gleichen suchen. Jedoch niemals finden werden. Verflucht, ich habe das Unerwartete erwartet. Ich war auf alles gefasst, habe mit allem gerechnet. Und dennoch, das habe ich nicht kommen sehen. Mein Vorstellungsvermögen reicht für das einfach nicht aus.

Andererseits, genau das macht Transfixiation so faszinierend. Denn A Place To Bury Strangers zeigen wie vielschichtig, wie intensiv, wie abwechslungsreich, wie unberechenbar, wie komplex Musik sein kann. Einfach? Das ist Transfixiation nun wahrlich nicht. Doch, genau das will ich auch nicht. Nein, ich will mich mit Musik auseinandersetzen. Ich will Musik spüren. Ich will Musik erleben. A Place To Bury Strangers geben mir mit Transfixiation genau das. Danke.

A Place To Bury Strangers – Transfixiation

VÖ: 13.Februar 2015
Label: Dead Oceans

Tracklist:
01. Supermaster
02. Straight
03. Love High
04. What We Don’t See
05. Deeper
06. Lower Zone
07. We’ve Come So Far
08. Now It’s Over
09. I’m So Clean
10. Fill The Void
11. I Will Die