reinhören: teenage bottlerocket – tales from wyoming

Teenage Bootlerocket - Tales From Wyoming (Cover)Neulich lauschte ich den Tales From Wyoming, da fragte mich unser fünfjähriger Sohn plötzlich: „Wie nennt man diese Musik?“. Noch während ich „Poppunk“ antwortete wird mir klar, dass diese Antwort die nächste Frage nach sich ziehen würde. „Was ist Poppunk?“ Da ich mit Worten allein hier nicht weiterkommen würde, zog ich einige Platten aus dem Regal und legte diese nacheinander auf den Plattenteller, um meinen Worten einen klanghaften Hintergrund zu geben. „Poppunk. Als ich so jung war wie Du, waren das die Ramones. Als ich Teenager war zählte ich dazu so manche Lookout-Band. Allen voran die Queers. Seit 2001 sind Teenage Bottlerocket mein Synonym für diesen Begriff.“ Die neue Platte der Jungs aus Wyoming zeigt einmal mehr, warum das so ist.

Gleich der Opener In My Head macht genau das was der Titel sagt. Frisst sich in meinem Kopf und mag offenbar nicht mehr so schnell verschwinden. Was soll‘s, das klingt gut und fühlt sich auch genauso an. Doch es kommt noch besser. Es besuchen mich noch dreizehn weitere Ohrwürmer, die ich meinerseits nicht wieder gehen lassen will. Gewohnt frech, spritzig und ohne Schnörkel ziehen Teenage Bottlerocket ihr Ding durch. Dabei verbreiten Sie vor allem eins: Spaß und gute Laune. Von der ersten bis zur letzten Sekunde. Erzählen Geschichten über die Liebe (Found The One oder auch Nothing Else Matters) oder über das Wahnsinnsleben im heimischen Wyoming. Natürlich nimmt man all das nicht wirklich erst, sondern mit viel Witz und einer feinen Portion Selbstironie wie in The Call Me Steve oder Cockroach Strikes Again. Das alles kleidet man in ein Gewand aus drei Akkorden, wunderschönen Melodien und jeder Menge Sing-A-Longs. Klar, mit diesen Songs kann es keinen Dead Saturday geben. Selbst wenn, mit einem überraschend angepisst schönen Bullshit sieht eh wieder alles ganz anderes aus. Nur das zuckersüße First Time, das akustisch und mit Streicherarrangements zu Tränen rührt, muss ich erst einmal verkraften. Da mein Stimmungspegel zuvor jedoch ungeahnte Höhen erreicht hat, kann ich diesen kleinen emotionalen Ausbruch gerade noch so einfangen und genießen. Dann drehe ich die Platte wieder um, fange an zu zählen „one-two-three-four“ und drücke auf Start. In My Head. Schon wieder. Nein, immer noch oder eben Can’t Quit You. Wunderbar.

Um auf unseren Sohn zurück zu kommen. Nachdem wir die Platte zum x-ten Mal haben laufen lassen, meinte er nur kurz: „Das ist schön. Und cool, ne“. Ja, genau das ist es.

Teenage Bottlerocket – Tales From Wyoming

VÖ: 03. April 2015
Label: Rise Records

Tracklist:
01. In My Head
02. Found The One
03. Nothing Else Matters
04. They Call Me Steve
05. Dead Saturday
06. Cockroach Strikes Again
07. Been Too Long
08. Too Much La Collina
09. Can’t Quit You
10. Haunted House
11. Bullshit
12. I Wanna Die
13. TV Set
14. First Time

Hinweis: Das Bildmaterial und eine Promoversion des Albums wurden mir freundlicherweise von Uncle M zur Verfügung gestellt.