Konzertbericht: Lagwagon live in Dortmund

Warum veröffentlicht man eigentlich auf der eigenen Webpräsenz einen Timetable, wenn man diesen dann gar nicht einhält? Gut, in der Regel verschiebt sich eh immer alles nach hinten. Allerdings frage ich mich schon, warum man die erste Band für 19.00 Uhr terminiert und diese dann plötzlich früher spielen muss? An der hirnlosen brauen Demo in Dortmund wird es sicherlich nicht gelegen haben. Also, liebes FZW, nett war das nicht. Wie dem auch sei, die ersten Songs von Western Addiction habe ich so verpasst. Super. Ich verschiebe meinen Ärger dann mal auf später und höre mir zunächst die wenigen nun verbleibenden Songs an. Das mit dem Verschieben gelingt mir allerdings nicht. Denn was die Jungs da auf der Bühne veranstalten gefällt mir richtig gut. Da hätte ich rückblickend die ersten Songs auch gerne gehört. Für die meisten der Anwesenden gilt das offenbar nicht, denn richtig gut gefüllt war die große Halle im FZW definitiv nicht. Immerhin war das Konzert ja ausverkauft.

Lagwagon, The Flatliners, Western Addiction – Dortmund / FZW – 28.03.2015

Wenig später standen dann The Flatliners auf der Bühne und während die Jungs den ersten Song spielen finden mehr und mehr Menschen den Weg in die Halle. Das freut mich insbesondere für die sympathischen Kanadier, denn The Flatliners zeigen eine richtig gute Show. Der Sound ist zu Beginn leider ziemlich matschig ist, was insbesondere den Gesang und die feinen Melodien nicht so recht zur Geltung kommen lässt. Genau das erinnert mich an so manch anderes Konzert im FZW, das aufgrund eines schlechten Sound schnell in Vergessenheit geraten ist. Zum Glück ändert sich das heute recht schnell und The Flatliners überzeugen mich an diesem Abend auf ganzer Linie.

Nach kurzer Umbaupause, die ich am Merchstand vertrödelt habe, stehen dann die alten Herren auf der Bühne. Nach langer Auszeit und einem klasse Album (Review zu Hang) im letzten Jahr zeigen Lagwagon anschließend warum sie seit 25 Jahren zu den ganz großen Punkrockbands gehören. Aber noch lange nicht zum alten Eisen. OK, Joy Cape tanzt nun weniger wild auf der Bühne. Aber von Müdigkeit absolut keine Spur. „I’ll never be Ozzy On stage when I’m fifty“ (aus Falling Apart). Ja, das passt. Schon beim ersten Song steigt die Stimmung in der nun vollen Halle. Lagwagon brettern durch ihre lange Geschichte, spielen Hit auf Hit, sind jederzeit zu Späßen aufgelegt und wirken frisch und spritzig. Musikalisch gibt es sowieso nicht zu meckern. Ganz groß dann die Zugabe. Joey kehrt zunächst alleine auf die Bühne zurück, hängt sich die Akustikgitarre um und spielt eine wunderschöne Version von International You Day. Eine ergreifende Vorbeugung vor seinem verstorbenen langjährigen Freund Tony Sly. Gleich im ersten Refrain wird er von Chris Cresswell unterstützt, die Wirkung des Songs noch einmal gesteigert. Den zweiten Refrain überlassen die beiden dann dem Publikum: „Without you my life is incomplete, my days are absolutely grey“. Nach zwei weiteren Songs ist dann Schluss. Tja, ganz ehrlich, das war eine der besten Shows der fünf Kalifornier, die ich bisher gesehen habe. Großartig.