Konzertbericht: Modern Life Is War, Birds In Row, Terrible Feelings live in Köln

Modern Life Is War gehören für mich zu den wichtigsten Punkrock- / Hardcorebands in diesem Jahrtausend. Nach drei großartigen Alben, der Auflösung im Jahr 2007, einer anschließenden großen Leere, die keine andere Band so recht füllen konnte, machten 2012 die ersten Gerüchte einer Reunion die Runde. Diese sollten sich ein Jahr später tatsächlich bewahrheiten. Mit Fever Hunting (Review) eroberten die Jungs aus Iowa wieder die Herzen zahlreicher Menschen – natürlich hatten sie dort bereits einen Platz für die Ewigkeit – und nun fehlte nur noch eine Tour quer durch Europa. Nach einem ersten Auftritt im Rahmen des Groezrock Festivals im letzten Jahr, war es in diesem Jahr nun endlich so weit. Modern Life Is War spielten eine Reihe von Konzerten in Europa. Darunter auch im Kölner Underground am 16. April. Begleitet wurden Modern Life Is War von ihren Labelkollegen Birds In Row und Terrible Feelings aus Schweden. Kein Frage, da mussten wir hin.

Modern Life Is War, Birds In Row, Terrible Feelings

Köln / Underground – 16.0.2015

Terrible Feelings eröffneten pünktlich um acht den Abend. Mitreißender und fröhlicher Pop-Punk, das passt irgendwie zum tollen Frühlingswetter. Leider hatten das die meisten Anwesenden wohl falsch verstanden und bleiben lieber im Biergarten, um das wunderschöne Wetter zu genießen. Willkommen in Köln. Verpasst haben sie auf jeden Fall eine tolle Show, insbesondere von Sängerin Manuela. Abgesehen davon haben Terrible Feelings auch musikalisch einiges zu bieten. So gräbt man auch mal tief im Hardrock und auch vor zu viel Pop hat mein keine Angst. All das steht den Songs ungemein gut. Stillstehen ist nahezu unmöglich. Vielmehr wippt man ganz unbeschwert im Takt. Dabei schlagen die Texte einen eher finsteren Ton an und stimmen auch schon mal nachdenklich. Die 2012er Scheibe hieß wohl nicht umsonst Shadows. Pop-Punk von seiner dunklen Seite? Das hat eindeutig Charme. So wie der Auftritt von Terrible Feelings an diesem Abend.

Wenig später standen auch schon Birds In Row auf der Bühne. Die Bühnenbeleuchtung wird auf ein Minimum reduziert, die drei Franzosen bewegen sich nach wie vor gerne in Schattenwelten. Doch genau das passt einfach zu den aufwühlenden Texten und den eher düsteren Tönen. Wie auch im letzten Jahr fehlen mir die Worte, um diesen Auftritt auch nur annähernd zu beschreiben. Modern Life Is War Sänger Jeffrey Eaton sollte Birds In Row später als „Hell of a band“ bezeichnen. Genau das bringt es auf den Punkt. Für mich persönlich sind Birds In Row einer der beeindruckendsten (Live-) Bands überhaupt. An diesem Abend zeigten sie einmal mehr, warum. Großartig. Leider nur viel zu kurz.

Anschließend gehörte die Bühne des Kölner Underground Modern Life Is War und den Zuschauern. Der erste Song, der Funke springt sofort rüber und in den ersten Reihen gibt es kein Halten mehr. Die fünf Jungs spielen ein abwechslungsreiches Set quer durch alle Alben, zeigen eine unglaublich emotionelle Show und vor allem ganz viel Herz. Das gilt vor allem für Jeffrey Eaton, der nach wie vor die Worte, die er ins Mikro schreit, in jeder Sekunde voller Hingabe und Leidenschaft lebt. Und sofort ist da dieses unglaubliche Gänsehautfeeling, das sich bis weit nach Ende der Show festsetzt und sich selbst dann nur langsam wieder auflöst. Von der ersten bis zur letzten Sekunde ein packender und bewegender Auftritt bei dem der Bereich vor der Bühne permanent in Bewegung ist. Während Stagediver immer wieder in die Menge springen, taucht Jeffrey Eaton selbst des Öfteren in der Menge ab, um sich das Mikro mit dem Publikum zu teilen. Nach nicht ganz einer Stunde ist dann Schluss. Eine Zugabe gibt es wie gewohnt nicht. In Erinnerung bleiben ein ganz großer Abend und die Hoffnung, dass bis zur nächsten Tour weitaus weniger Tage vergehen werden.