vegan Wednesday #140 und der Welthunger aus zweierlei Sicht

vegan Wednesday LogoSicherlich habt Ihr in der letzten Woche in den Medien die Schlagzeile „Wie können alle Menschen der Welt in Zukunft ernährt werden – ohne dabei die Umwelt auszulaugen?“ gelesen. Mit dieser Frage beschäftigt man sich nun ein halbes Jahr lang auf der Expo 2015 in Mailand. Einig ist man sich zumindest darüber, dass es so wie heute nicht weitergehen kann. Das ist ja schon mal toll. Doch was bedeutet das?

Als Hauptproblem wird der exzessive Fleischkonsum in Deutschland und vielen anderen reichen Ländern angesehen. Das ist, denken wir einmal nicht an einen Song von The Smiths, insofern problematisch, als dass der Fleischkonsum weltweit steigt und weiter steigen wird. Die Menschen gieren nach Fleisch. Die Welt hat Hunger auf Fleisch. Der Welthunger aus Sicht Nummer eins. Was vielen Menschen nicht bewusst ist oder nicht bewusst sein will, dieser Hunger hat massive Auswirkungen nicht nur hier sondern vor allem anderswo in der Welt. Mehr Fleisch bedeutet mehr Tiere, die gefüttert werden müssen (natürlich auch getötet werden müssen). Das bedeutet mehr Futter, was wiederum zu mehr Flächen für den Anbau von Futterpflanzen wie Getreide und Soja führt. Doch Land ist heute schon knapp und zudem sind viele Böden bereist heute ausgelaugt (Stichwort Überdüngung). Und die meisten dieser Böden liegen nicht hier sondern anderswo. Laut Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung liegen 60 Prozent der Fläche, die für Nahrungsmittel und Tierfutter in Deutschland genutzt werden, im Ausland. Um weitere Böden zu erschließen, müssten dort zahlreiche Wälder massiv abgeholzt werden, was zum Glück nicht erwünscht ist. Andererseits doch passiert.

Der Hunger nach mehr wird also, wenn man nicht umdenkt, zu Lasten der Natur gehen. Zudem muss man sich die Frage stellen, warum die Flächen, die für Tierfutter genutzt und neu erschlossen werden, nicht für den Anbau von Nahrungsmitteln genutzt werden? Schließlich werden für ein Kilo Fleisch weitaus mehr Kilo Getreide und Soja benötigt. Warum sollte man das berücksichtigen? Weil nach Angaben der Vereinten Nationen weltweit 805000000 Menschen Hunger leiden müssen. Der Welthunger aus Sicht Nummer zwei. Wenn ich darüber nachdenke, führt (vereinfacht ausgedrückt) das eine zum anderen. Der Hunger nach Fleisch führt zum Hungerleid sehr vieler Menschen, weil aus viel Tierfutter sehr wenig Futter für den Menschen gemacht wird. Zudem wird Tierfutter oft in den Ländern angebaut und von dort exportiert, in dem die Menschen Hunger leiden. Das ist sicherlich ein tolles Gefühl, wenn man zusehen muss, wie „Nahrungsmittel“ wachsen, geerntet und verschifft werden, während man selbst nichts oder nur wenig zu essen hat. Ich weiß, man wird mir hier Zynismus vorwerfen. Ok, aber das ist aus meiner Sicht die Realität. Bedeutet auch, dass man gerade hier und auch in anderen reichen Ländern umdenken muss. Und nicht erst in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren. Die Menschheit wächst und wächst. Nur mal so nebenbei, sie wächst exponentiell. Also immer schneller. Nö, ein Umdenken muss jetzt erfolgen.

Und ja, letztendlich führt das zu einer Ernährung, die (vorwiegend) auf Pflanzen basiert, denn diese benötigt weitaus weniger Ressourcen als andere Ernährungsformen. Ressourcen, die immer knapper werden. Das haben diverse Organisationen und Studien bereits nachweislich auf den Punkt gebracht (u.a. der Fleischatlas 2013, wonach eine vegane Ernährungsweise deutlich weniger Land-, Energie- und Wasserressourcen als eine omnivore Ernährungsweise beansprucht). Somit wären wir beim heutigen vegan Wednesday und der ist wie immer rein pflanzlich.

Frühstück am vegan Wednesday

Bei starkem Wind macht Radfahren besonders viel Spaß. Vor allem bei starken Gegenwind. Mein großer grüner Smoothie nach dem Aufstehen, Make Do And Mend und Trainwreck waren definitiv eine große Hilfe. Im Büro gab es dann das gewohnte und geliebte Müsli mit Haferflocken, Amaranth-Pops, Trockenfrüchte, Chiasamen, Kürbiskernen, Obst und Sojadrink.

Mittagessen am vegan Wednesday

Es folgte ein Tag der langen Besprechungen. Daher gab es auch erst in der Mittagspause einen bunten Kichererbsensalat mit Tahini-Dressing.

bunter Kichererbsensalat mit Tahinidressing

Abendessen am vegan Wednesday

Daheim ging es dann gleich mit unserem Sohn zum Training und dann auch noch kurz zum veganen Stammtisch in Dinslaken-Lohberg. Hier hat sich zumindest unser Sohn den Bauch mit Brot, Käse, Nüssen und Salaten den Bauch vollgeschlagen. Mein Hunger war wohl gerade unterwegs, daher gab es für mich nur eine kleine Portion Kartoffelsalat. Naja, daheim gab es dann ein zweites Abendessen bei einem spannenden Fußballspiel. Und zwar Bratlinge mit Kartoffelspalten, Salat und Mayo (natürlich selbst gemacht, das Rezept gibt es hier).

Bratlinge und Backkartoffeln mit Salat und Mayo (vegan)

Gute Nacht und bis nächste Woche.

Hinweis für die Szenepolizei: Für den Nachschlag gibt es natürlich kein Foto. Falls also jemand der Meinung ist die Portionen sind zu klein, dem sei gesagt, dass man auch gemütlich und in Ruhe mehrere Portionen nacheinander essen kann. Vitamin B12 gab es natürlich auch. Aber das ist definitiv kein Foto wert.