reinhören: powernap – oreosmith

Powernap - OreosmithTja, so kann es einem ergehen. Während man im wohl verdienten Sommerurlaub weilt, treffen sich die Kumpels daheim im Proberaum, nehmen ein paar Songs auf, werfen diese gleich auf‘s Band, fertig ist die erste EP, die dann gleich auf Asian Man und Klownhouse veröffentlicht wird. Kurz zusammengefasst: Die Band heißt Powernap, die EP Oreosmith. Und die ist zwar nicht der ganz große Wurf. Weckt zumindest aber die Neugier auf mehr.

Dabei können die Jungs aus Montreal ihre Vergangenheit nicht ganz verleugnen. Warum auch? Schließlich haben sie schon in Bands wie The Saint Catherines und Miracles mitgemischt. Und die sechs Songs auf Oreosmith erinnern dann auch gleich an die ersten Alben von The Saint Catherines. Auch eine gewisse Begeisterung für die großen Leatherface ist nicht von der Hand zu weisen. Deren Klasse erreicht diese EP sicherlich nicht. Doch für eine spontan aufgenommene Scheibe klingt das schon recht gefällig.

Rauer Punkrock ohne großen Firlefanz, poppige Melodien und eine kratzige Stimme, in diesem Fall von Hugo Mudie. Einerseits ist damit schon alles zum Debüt von Powernap gesagt. Altbekanntes also. Genau richtig für einen Abend unter Freunden*Innen mit ‘ner Kiste Bier auf dem Tisch oder einem verschwitzen Konzertabend in einem kleinen verrauchten Club. Andererseits, hier geht sicherlich mehr. Das haben die Jungs in der Vergangenheit bereits eindrucksvoll bewiesen. Gut ist dieses Debüt aber dennoch.

Dass sie das Potenzial für mehr haben, zeigen Hugo, Dan, Jepeto, Nick und Frank dann auch mit Live Slow, Die Whenever, das sich mit feinem Mitsing-Refrain zu einem kleinen Ohrwurm entwickelt. Etwas mehr Zeit, etwas mehr Detailarbeit, etwas mehr Power, dann könnte der erste Longplayer tatsächlich der große Wurf werden. Warten wir’s ab. Bis dahin erfreuen wir uns an diesen sechs Songs und entdecken vielleicht den Sinn hinter Bandnamen und Albumtitel.

Powernap – Oreosmith

VÖ: 17. April 2015
Label: Asian Man (USA) und Klownhouse (Europe)

Tracklist:
01. Beautiful Day
02. Working For The Weekend
03. Live Slow, Die Whenever
04. Girls From Bars
05. Jewelry
06. I’ll Resist

Hinweis: Das Bildmaterial und eine Promoversion des Albums wurden mir freundlicherweise von Flix Records zur Verfügung gestellt.