reinhören: ryker’s – never meant to last

Rykers - Never Meant To Last (Artwork)Mit Never Meant To Last erscheint nun das zweite Ryker’s Album nach der letztjährigen Reunion. Nachdem Sänger Kid D die Band Anfang des Jahres verlassen hat (die Gründe könnt Ihr hier nachlesen), ist Bassist Chris nun das letzte verbliebene Gründungsmitglied der Band. Also eben jener Band, die in den 90ziger Jahren mit Alben wie Ground Zero und A Lesson in Loyality die europäische Hardcoreszene aufgemischt hat. Mit Dennis von Brightside und Tausend Löwen unter Feinden haben die Jungs jedoch einen Frontmann gefunden, der live bereits überzeugen konnte. Doch gilt das auch für die neue Scheibe? Genau das kommt auf die wohl Perspektive an.

Klar, der Name Ryker’s steht immer noch in großen Buchstaben auf dem Cover. Doch leider täuscht die Verpackung ein klein wenig. Dennis ist ein guter Shouter, daran gib es nichts zu rütteln. Allerdings hat er nicht das markante Organ von Kid D. Genau das vermisse ich dann doch. Weitaus mehr stören jedoch die weiteren Gastsänger, die Dennis unterstützen oder in einigen Songs gar komplett ersetzen. Das ist zwar abwechslungsreich und durchaus interessant. Doch so klingt das Album mehr wie eine Compilation als nach einer Ryker’s Scheibe. Vom ursprünglichen Charme ist so ein ganzes Stück verloren gegangen. Allerdings, diese Scheibe nur auf die Vocals zu reduzieren ist alles andere als fair. Rein musikalisch ist Never Meant To Last dann doch ein typisches Ryker’s Album und letztendlich auch ein richtig gutes Hardcorealbum.

Und das ist wie gewohnt roh, aggressiv, leidenschaftlich und sprüht vor Energie. Gleich der Opener My Demons stellt das eindrucksvoll unter Beweis. Eine kurze Oldschool-Attacke, auf den Punkt gebracht, mitten ins Gesicht, Volltreffer. Weiter geht es mit viel Groove und im fetten NYHC-Sound, ehe mit The Outcast’s Voice die erste Konzerthymne auf dem Programm steht. Gleiches gilt Back Of The People, eine Streetpunknummer, die ordentlich scheppert und nicht weniger zum mitschreien einlädt. The Downfall hingegen prügelt sich durch Trash und Metal, während The Tenth Level als auch Rememberance eine ordentliche Metalkante in den Ring werfen. Und zusammen mit Craig Ahead von Sick Of It All zelebrieren die Jungs in Distractions dann doch wieder Hardcore alter Schule.

Bemerkenswert ist, dass die Jungs den Gang durch unterschiedliche Genres locker und lässig meistern. Da gibt es nicht zu meckern. Nein, das macht Spaß und zwar mit ordentlich viel Wums und Wucht. So ist dann die Diskussion um die Stimme auch nur nebensächlich, denn Never Meant To Last erfreut zumindest mein Hardcoreherz.

Ryker’s – Never Meant To Last

VÖ: 16. Oktober 2015
Label: BDHW Records

Tracklist:
01. My Demons
02. Fair Play Overrated
03. Pig Justice
04. The Outcast’s Voice
05. The Tenth Level
06. We Ain’t Going Away
07. The Age Of…
08. The Downfall
09. Back OF The People
10. Enemy Of The People
11. Distractions
12. Rememberance
13. High Five In Your Face With A Chair
14. Cowboy Song

Hinweis: Das Bildmaterial und eine Promoversion des Albums wurden mir freundlicherweise von Gordeon Music zur Verfügung gestellt.