reinhören: ära krá – s/t (ep)

Ära Kra - EP (Cover)Der Titel des Debütalbums Ferne Tage hat es je nach Sichtweise schon angedeutet. Auf neue Songs von Ära Krá müssen wir lange warten. Vier Jahre hat es letztendlich gedauert. Mit der gleichnamigen EP schenken uns Ära Krá nun endlich drei neue Songs. Dabei können die Erwartungen nach dem großartigen Debüt kaum größer sein. Und es wird noch spannender als gedacht.

Das liegt vor allem an den Veränderungen der letzten Jahre. Bereits 2013 wurden Filip Hantusch (War From a Harlots Mouth), Florian Freund (Farewell to Words) und Julian Dietz (Kromlek) rekrutiert, um gemeinsam an neuen Songs zu arbeiten. Die musikalischen Möglichkeiten dadurch immens vergrößert, begegnen uns in der Düsternis nun auch neue Elemente wie Klavier und Streicher. Auf der einen Seite, am Boden liegend, dem Tod die Hand reichend, wird die Melancholie noch schwermütiger, noch schmerzvoller. Auf der einen Seite bringt das zumindest etwas Licht ins Dunkel. „Ein Licht, das grell leuchtet. Den Körper Stück für Stück erleuchtet. Der Pfad führt tatsächlich zum Licht.“ (aus Strang und Schwert).

Doch die bekannten Stilelemente zeichnen auch weiterhin ein in erster Linie dunkles Bild. „Das Dunkel überzieht die Nacht. Sterne leuchten nur noch schwach. Alles färbt sich schwarz.“ Black Metal, Post-Hardcore, Metal und post-rockige Melodieelemente sind nach wie vor die Grundingredienzien, um ein solch verzweifeltes und (selbst-) zerstörerisches Machtwerk zu erschaffen. Auf diesem schwarzen Fundament treffen druckvolle Instrumentalparts auf eine raue kräftige Stimme. Treffen sich präzise Gitarrenriffs, die immer wieder das Epische suchen, und ein Schlagzeug, das sich ohne Kompromisse genau dorthin prügelt. Dazwischen finden sich immer wieder sanfte Klänge, die zumindest Anlass zur Hoffnung geben. Hoffnung, dass Selbstzerstörung und Tod noch in ferner Zukunft liegen. „Ich wende mich ab. Gehe zurück. Erleuchte meinen Körper Stück um Stück.“ Doch das ist nur von kurzer Dauer. Werden Hoffnung und Stille doch immer wieder von fetten Blastbeats nieder geprügelt.

Ära Krá klingen dabei ungemein kompakt und spannend zugleich. Scheren sie sich doch einen Dreck um Genregrenzen. Ein solch wüster Mix ist zwar immer ein gewagtes Unterfangen, gelingt hier aber scheinbar problemlos. Und so stürzen drei Songs mein Gemüt ins Chaos, während sie mir zugleich ein intensives Hörerlebnis schenken.

Ära Krá – s/t EP

VÖ: 04.Dezember 2015
Label: Through Love Records / Broken Silence

Tracklist:
01. Strang & Schwert
02. Grauer Sand
03. Endlos

Hinweis: Das Bildmaterial und eine Promoversion des Albums wurde mir freundlicherweise von Fleet Union zur Verfügung gestellt.