reinhören: blackout problems – holy

Blackout Problems - Holy (Artwork)Wohin wir auch blicken, es läuft gerade mächtig viel falsch auf diesem Planeten. Aber uns geht es ja gut. Schließlich sind wir ja nur am Rande betroffen. Solange sich das nicht ändert, können wir uns entspannt zurück lehnen, die Füße hochlegen und vor der Glotze hängen. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Schließlich sind wir Teil des Ganzen. Das Debütalbum Holy von Blackout Problems ist daher der Weckruf zur richtigen Zeit. Ein Anstoß, sich mit alle dem Scheiß da draußen auseinanderzusetzen. Zeit aufzuwachen und aufzustehen.

Dabei klingt dieses Album zunächst einmal wie die perfekte Hintergrundmusik für einen friedlichen und harmonischen Abend in gemütlicher Runde. An unruhige Zeiten denkt hier niemand. Doch während sich die Songs maximal im Midtempobereich bewegen und Ausbrüche Seltenheitswert haben, sind es die vielen kleinen Details, die überraschen und hängen bleiben. So wie die Melancholie im Opener One, die leicht verzerrten Gitarren in Of Us, das poppige The Drive, die zarten Parts in Step Up, die treibenden Drums in Follow Me, die feinen Breaks in Into The Wild, das mitreißende The King oder auch die verspielten Poets of Protest. Aber so bewegend diese Momente letztendlich auch sein mögen, hinter diesem musikalischen Gerüst brodelt es gewaltig.

Ob nun soziale Ungerechtigkeiten und Missstände (in One oder auch The King), die Ängste, die die Flucht aus der Heimat begleiten (in Follow Me), oder religiös bedingte Homophobie (in Black Coffee), die drei Jungs von Blackout Problems finden deutliche und kritische Worte für das, was aus ihrer ganz persönlichen Sicht hier und anderswo im Argen liegt. Oft klingt das verzweifelt oder wütend. Allerdings steckt in all den Zeilen auch Hoffnung, denn schließlich ist keiner von uns allein. “Donʼt you know, youʼve been one of us all along – We will be one” (aus Of Us). Gemeinsam sind wir stark und nur miteinander können wir etwas ändern. Ein Appell an Freundschaft und Zusammenhalt. “A group of friends can change the world” (aus Boys Without A Home). Aber auch ein kritischer Blick auf die immer stärker werdende Individualisierung in unserer Gesellschaft. Letztendlich aber der Aufruf, dass eigene Handeln zu überdenken und Verantwortung zu übernehmen. In diesem Kontext klingen die Texte dann schon fast wieder freundlich und versöhnlich. Ein sanfter Anstoß eben. Und genau hier zeigt sich die Harmonie zwischen Wort und Ton. So unaufgeregt Holy zunächst klingt, ist es am Ende ein richtig aufregendes Rockalbum. Also, alles richtig gemacht.

Blackout Problems – Holy

VÖ: 05. Februar 2016
Label: Uncle M Music

Tracklist:
01. One
02. Of us
03. We are free
04. The drive
05. Boys without a home (feat. Nathan Gray)
06. Step up
07. Follow me
08. The king
09. Hold on
10. The national
11. Black coffee
12. Into the wild
13. Poets of protest

Blackout Problems live Frühjahr 2016

05.03.16 Lustenau (Österreich) – Carini Saal
07.03.16 Innsbruck (Österreich) – Weekender
10.03.16 Wien (Österreich) – B72
11.03.16 Klagenfurt (Österreich) – Stereo
12.03.16 Linz (Österreich) – Stadtwerkstatt
16.03.16 Dresden – Groovestation
17.03.16 Berlin – Musik & Frieden (ex-Magnet)
18.03.16 Hannover – Lux
19.03.16 Siegen – Vortex
22.03.16 Oberhausen – Druckluft
23.03.16 Bremen – Tower
27.03.16 Trier – Lucky’s Luke
28.03.16 Frankfurt/Main – Nachtleben
30.03.16 Saarbrücken – Kleiner Klub
31.03.16 Ulm – Roxy
16.04.16 Markneukirchen – Musichall
20.04.16 Würzburg – Cairo
21.04.16 Osnabrück – Bastard Club
22.04.16 Düsseldorf – Zakk
23.04.16 Essen – Weststadthalle

Hinweis: Das Bildmaterial und eine Promoversion des Albums wurden mir freundlicherweise von Uncle M zur Verfügung gestellt.