reinhören: minipax – 1984

Minipax - 1984 (Cover)Es wird kälter in diesem Land. Die Herzen immer kleiner. Nicht nur die letzten Landtagswahlen haben gezeigt, dass Rassismus, Faschismus und Volkshetze wieder salonfähig werden. Dabei ist es in den vergangenen Monaten in der links-politischen Musiklandschaft vergleichsweise ruhig geblieben. Doch nun melden sich Minipax aus München lautstark zu Wort. Deren Debüt-EP trägt den Titel 1984 und lässt hoffen, dass Georg Orwells düstere Zukunftsvisionen nicht Realität werden in diesem Land.

Fünf knackige Songs bietet das selbsternannte Ministerium für Frieden. Gradliniger Punkrock mit viel Tempo und eingängigen Melodien. Das klingt bekannt und wahrlich nicht neu. Macht aber nichts. Schließlich gibt es in Sachen Punkrock nicht mehr sonderlich viel Neues zu entdecken. Dafür klingt das hier frisch und spritzig. Ist sowas von kurzweilig, dass an Langweile gar nicht zu denken ist. Noch wichtiger als das ist hingegen die Message. Und die passt. Trifft sie doch den aktuellen Zeitgeist: Faschismus, Hass oder Ignoranz haben hier nichts zu suchen. Ebenso ein System, das versucht alle kritischen Stimmen Mundtot zu machen. Ob nun auf dem Skateboard („Ich werd‘ solange fahren bis die Räder nicht mehr rollen.“) oder auf den eigenen Füßen („Ich werd‘ solange gehen bis die Füße nicht mehr wollen.“), es ist Zeit zu Handeln. Jetzt! Minipax liefern dazu den passenden Soundtrack. Allein deswegen lohnt es sich in 1984 reinzuhören. Alles andere gibt sich dann von selbst.

Minipax – 1984

VÖ: 26. Februar 2016
Label: Subzine Records (Vinyl) / Uncle M Music (digital)

Tracklist:
01. Mundtot
02. Vergessen
03. Zum Glück
04. Dann geh
05. Jebes Nacije

Hinweis: Das Bildmaterial und eine Promoversion des Albums wurden mir freundlicherweise von Uncle M zur Verfügung gestellt.