reinhören: true love – heaven’s too good for us

True Love - Heavens Too Good For Us (Coverartwork)Nach ihrem Demo A Floral Note (Mayfly Records) und der letztjährigen EP New Young Gods (REACT! Records) erscheint am ersten Juli nun das Debütalbum von True Love auf Bridge 9 Records. Und wie auf den ersten Outputs zerstört Heaven’s Too Good For Us die Romantik des Bandnamens in nur wenigen Augenblicken. 13 Songs in gerade einmal 17 Minuten, die Jungs aus Detroit, Michigan, machen auch weiterhin keine Gefangenen.

Piece For A Peace fegt dann auch gleich zu Beginn in gerade einmal vierzig Sekunden aus den Boxen. Your Side macht zunächst keine Anstalten das Tempo zu drosseln. Ein rasendes Schlagzeug und schnelle Gitarren, die sich im letzten Drittel aber plötzlich zügeln. Nach einem kurzen Break wird es wesentlicher heavier, ohne jedoch auch nur eine Spur weniger angepisst zu wirken. Das abschließende „Fuck You!“ bringt es auf den Punkt und leitet ohne Umschweife in das folgende erneut wütende Out in the Streets Pt. 1 ein. Erst Kill For That ist durchweg langsamer, bewegt sich mit viel Groove im Midtempo-Breich. Aber nicht minder wuchtig. Wie auch die übrigen neun Songs erinnert das alles an klassischen Youth Crew Hardcore der (End-) Achtziger oder auch an Bridge 9 Bands der Neunziger. Insbesondere die schnellen Parts erinnern immer wieder an Bands wie Give Up The Ghost oder Carry On. Frisch, wütend, durchweg aggressiv und eine positive Attitüde ist jederzeit spürbar. So auch ein Gespür für eine gewisse, subtile Melodie, die aufgrund der Geschwindigkeit oft erst beim zweiten Hinhören auffällt. Eine Reihe von Breaks und fetten Gitarrenparts wie im abschließenden Stay True sorgen immer wieder für Abwechslung und Überraschungen. So wie die Gastauftritte von Brendan Yates (Turnstile) und Nick Samayoa (Forced Order). Langweile kommt hier unabhängig von der kurzen Spieldauer definitiv nicht auf.

Das gilt auch für die Texte, die Dominic Vargaz mit seiner rauen Stimme ins Mikro schreit. Neben persönlichen Momenten voller Verlust und Hoffnung geht es um Zusammenhalt, Aufrichtigkeit und natürlich den Straight Edge Gedanken. Herzensangelegenheiten, die hier nicht platt sondern überzeugend rüberkommen.

Lediglich über das Covermotiv kann gestritten werden. Ich selbst kann damit nichts anfangen.

True Love – Heaven’s Too Good For Us

VÖ: 01. Juli 2016
Label: Bridge9 Records

Tracklist:
01. Piece for a Piece
02. Your Side
03. Out in the Streets Pt. I
04. Kill for That
05. Midnight People
06. Young to Die
07. Where It Ends
08. Chained Melody
09. The One and Only
10. Out in the Streets Pt. III
11. Meant to Take
12. ‘Enouement
13. Stay True

Hinweis: Das Bildmaterial und eine Promoversion des Albums wurden mir freundlicherweise von Gordeon Music zur Verfügung gestellt.