reinhören: terrible love – change nothing

Terrible Love - Change Nothing (Coverartwork)Wenn eine geliebte Band ihren Abschied verkündet, geht das immer mit einem Hauch von Wehmut und Traurigkeit einher. Sicherlich, die Alben stehen immer noch im Plattenregal. Die Songs können daher jederzeit und immer wieder gehört werden. Doch die Gelegenheit, die Band noch einmal live zu erleben, ist dahin (ok, heute folgt ja eine Reunion der nächsten). So erging es mir im letzten Jahr, als die Goodtime Boys ihre Auflösung bekannt gaben. Eine der wenigen Bands, die ich live gern gesehen hätte, aber nicht habe. Chance vertan. Für immer.

Anfang dieses Jahres erreichte mich dann die Neuigkeit, dass Mitglieder von Funeral For A Friend, Gabbler, Bastion und eben Goodtime Boys seit kurzem gemeinsame Sache machen. Terrible Love war geboren und nur kurze Zeit später war auch schon die erste EP Change Nothing im Kasten. Geändert hat sich tatsächlich nicht viel, ist das erste was mir zu dieser EP einfällt. Erinnerungen an die Goodtime Boys sind sofort präsent. Die Songs klingen rau und wütend, Drums und Bass knallen ordentlich, jedes Wort wird aus tiefster Kehle raus geschrien, während die Gitarren sich melodischen Riffs hingeben. Immer wieder durchbrochen durch ruhige Parts, in denen sich die Instrumente zurückziehen und den Vocals sowie der Atmosphäre Raum geben. Die ist vor allem erdrückend. Nur selten keimt ein Hauch von Hoffnung auf. Die Textfragmente im Booklet – „There’s no paradise Waiting for me“ (aus The Need You) oder “ I am I, but I wish I wasn’t” (aus Stone In Me) – bringen die Stimmung dann auch auf den Punkt. So auch die vielen Melodien, die zwar durchaus warm klingen, eine gewisse Traurigkeit aber nicht leugnen können. Die vielen Ausbrüche, zwischen Wut und Verzweiflung pendelt, können daran auch nichts ändern. Sollen es wohl auch nicht. Gut so.

So können Terrible Love gleich mit ihrer ersten kurzen EP überzeugen, obwohl ich jederzeit das Gefühl habe, dass die Jungs ihre Grenzen noch lange nicht ausgereizt haben. Vielmehr habe ich den Eindruck und auch die Hoffnung, da kommt noch mehr. Warten wir es ab.

FreundeInnen von Bands wie Touche Amoré, Piano Become The Teeth sowie manch anderer “The Wave”-Band oder eben der Goodtime Boys werden an diesen fünfzehn Minuten definitiv jede Menge Freude haben.

Terrible Love – Change Nothing EP

VÖ: 22. April 2016
Label: Through Love Records / Big Scary Monster Records

Tracklist:
01. Change Nothing
02. Mt. Misery
03. They Need You
04. Stone In Me
05. Sparrow

Hinweis: Das Bildmaterial ist Teil des Bandcamp-Downloads des Albums.