reinhören: apologies, i have none – pharmacie

Was für ein düsterer Brocken. Voll trauriger Gedanken. Dabei ließ die Vorabsingle Love & Medication hoffen, Apologies, I Have None hätten die depressive Phase der Black Everything EP (Review) hinter sich gelassen. Das dieses Stück ist nur der leuchtende Stern eines tieftraurigen Albums. Denn genau das ist Pharmacie, das am 26. August 2016 via Uncle M erschienen ist.

Schließlich klingen die zehn Songs wie ein schwermütiger Trip auf einer endlosen Straße, die sich durch eine weite Einöde schlängelt. Links und rechts nichts als eine karge Landschaft, die schon seit Ewigkeiten keinen Frühling und keinen Sommer gesehen hat. Darüber zeichnet sich ein ebenso trostloser Himmel, in dem sich das Grau in all seinen Facetten zeigt. Jedoch keine Sonne, kein einziger blauer Streifen. Und während hinter jeder noch so kleinen Bergkuppe die Hoffnung liegt, alles wird sich wieder zum Guten wenden, das Farblose die Schönheit wiederfinden – wie durch die sanften Klänge in The Clarity Of Morning -, verwandelt sich das Grau in ein immer tiefer werdendes Schwarz. Denn Songs wie das erdrückende Wraith oder das nachdenkliche Crooked Teeth zerstören letztendlich jeden noch so kleinen Hoffnungsschimmer. Ziehen uns immer tiefer in ein Loch namens Depression.

All das lässt die Gefühlswelten von Sänger Josh McKenzie vielleicht in Ansätzen erahnen. Die letzten Monate waren wohl alles andere als ein Zuckerschlecken. Und im echten Leben gibt es nun mal nicht für alles, ob nun seelische oder körperliche Schmerzen, das passende Heilmittel. Müssen wir uns deswegen nun Sorgen machen über Apologies, I Have None? Nein. Denn all diese in Moll getauchten Momente schmücken sich mit wunderschönen Melodien. So melancholisch sie auch klingen mögen, bringen sich doch immer wieder Licht ins Dunkel. Das gilt natürlich auch für die Stimme von Josh McKenzie. So verzweifelt sie auch klingen mag, schafft sie auch jederzeit eine warme Atmosphäre, die alles andere als Hoffnungslosigkeit versprüht. Unterstützt durch tiefe Bassklänge und schwere Drums, die versuchen all den Schmerz nieder zu prügeln, klingt das zumindest danach, dass sich die vier Briten dem Kampf mit den eigenen Dämonen stellen und sich nicht verloren geben.

Ja, die Stimmung ist weit weg vom euphorischen und durchweg positiven Debütalbum London. Mit Pharmacie schlagen die Jungs nun ein neues Kapitel ihrer Bandgeschichte auf. Ein dunkles Kapitel zwar, aber genauso hörenswert und bewegend wie alle vorherigen bisher auch.

Apologies, I Have None – Pharmacie

VÖ: 26. August 2016
Label: Uncle M

Tracklist:
01. Love & Medication
02. Wraith
03. The Clarity Of Morning
04. Anything Chemical
05. Goodbye, Peace Of Mind
06. Crooked Teeth
07. Everybody Wants To Talk About Mental Health
08. It’s Never The Words You Say
09. Killers
10. A Pharmacy In Paris

Um Euch selbst ein Bild über die düstere Stimmung auf Pharmacie zu machen, könnt Ihr Euch gleich hier die Videos zu Love & Medication und Everybody Wants To Talk About Mental Health anschauen.

Hinweis: Das Bildmaterial und eine Promoversion des Albums wurden mir freundlicherweise von Uncle M zur Verfügung gestellt.