reinhören: stick to your guns – better ash than dust

Stick To Your Guns - Better Ash Than Dust (coverart)Spätestens seit dem 2012er Output Diamond haben Stick To Your Guns einen festen Platz auf meinem Plattenteller. Auf dieser Scheibe als auch auf dem letztjährigen Disobendient konnten die Jungs aus Orange County neben ihren musikalischen Qualitäten vor allem aufgrund ihrer sehr kritischen Texte überzeugen. Wahrscheinlich schaffen es nur wenige andere Bands, Menschen derart zum Nachdenken anzuregen wie eben Stick To Your Guns. Das sowohl auf Platte als auch während ihrer Liveshows, in deren Rahmen Sänger Jesse Barnet soziale und politische Ungerechtigkeiten stets sehr kritisch thematisiert. Allein aus diesem Grund lohnt sich der Besuch jeder Show, auch wenn nicht wenige mittlerweile einer stylischen Modeshow (vor der Bühne) gleichen. Ein Outfit unter zweihundert Euro hat hier Seltenheitswert. Ebenso eine gewisse „Schaut her, hier bin Ich“-Attitüde. Eine Welt, in der ich mich nicht wirklich wohl fühle. Das ändert sich jedoch schlagartig, wenn Stick To Your Guns die Bühne betreten und die ersten Akkorde aus den Boxen fliegen. Gleiches gilt für die bisherigen Outputs dieser sympathischen Band.

Nun erscheint gerade einmal ein Jahr nach der Veröffentlichung von Disobendient eine neue EP via End Hits Records. Die heißt Better Ash Than Dust und zeigt, Stick To Your Guns gehen ihren Weg konsequent weiter und sind vor allem eins: verdammt wütend. Was nicht weiter wundert, schließlich wird die Scheiße auf diesem Planeten nicht weniger.

So steht wohl der zweieinhalbminütige brachiale Wutausbruch No Tolerance wohl ganz bewusst im Zentrum dieser EP. Das Schlagzeug prügelt sich durch den Song während Jesse Barnet jedes einzelne Wort ins Mikro brüllt. Ja selbst die Bandshouts kommen ungewohnt aggressiv. Jedoch keine Melodien, kein klarer Gesang. Ein Blick in das bereits veröffentlichte Lyricvideo zum Song macht deutlich, hier ist wahrlich kein Platz für rührende Momente. Es fühlt sich fast so an, als würden die Jungs all ihren Zorn, ihre Wut und Verzweiflung der hässlichen Fratze dieser Welt permanent entgegen schmettern wollen. Und auch wenn das gewaltig nach einem Terror-Song klingt, muss ich eingestehen, dass Terror das auch nicht besser hätten machen können.

Vier weitere Songs umrahmen diese Raserei. Gleich der erste Song und Titeltrack Better Ash Than Dust zeigt eindrucksvoll die Stärken von Stick To Your Guns. Die Harmonie von Wut, brachialen Riffs und feinfühliger Melodie. Während Sänger Jesse Barnet seine Wut in jede Silbe legt, leiten zarte Gitarrenklänge im Hintergrund das erste Rifffeuerwerk ein. Das holt dann auch kurz zum Rundumschlag aus, ehe es von gefühlvollen Pop-Klängen besänftigt wird. Doch die Ruhe währt nicht lange. Der nächste brachiale Hieb steht schon bereit. Dieses kontrastreiche Hin und Her bestimmt nicht nur diesen Song, sondern die gesamte EP. Das folgende Universal Language oder auch The Never Ending Story klotzen beispielsweise mit fetten Beats, die immer wieder nahtlos in emotionale und melodische Parts übergehen. Bemerkenswert wie stimmig Stick To Your Guns diese beiden Welten miteinander vereinen. Das abschließende The Suspend erweitert all das sogar noch. Wesentlich ruhiger, mit einem Hauch der Verzweiflung, wirkt es gegen Ende schon fast experimentell.

Ein mitreißendes Finale einer tollen EP. Stick To Your Guns machen wieder alle richtig und liefern mit Better Ash Than Dust ein facettenreiches und mitreißendes Hardcorebrett ab.

Stick To Your Guns – Better Ash Than Dust

VÖ: 23. September 2016
Label: End Hits Records

Tracklist:
01. Better Ash Than Dust
02. Universal Language
03. No Tolerance
04. The NeverEnding Story
05. The Suspend

Stick To Your Guns (Bandpicture)

Hinweis: Das Bildmaterial und eine Promoversion der EP wurden mir freundlicherweise von Uncle M zur Verfügung gestellt.