Lasst den Zoll vegane Fleisch- und Wurstattrappen vernichten!

Wer hätte das gedacht, seit Jahren weisen zahlreiche Organisationen und auch Wissenschaftler*Innen auf die Nachteile einer fleischbasierten Ernährung hin und werden dafür von der Fleischlobby belächelt. Und nun kommt ausgerechnet der Geschäftsführer und Inhaber der Rügenwalder Mühle, Christian Rauffus, daher und findet in der FAZ erstaunlich negative Worte für die eigenen Produkte1.

„Ernährungsphysiologisch ist die Wurst nicht so der Brüller“… „Abgesehen davon, dass eine Wurst unzweifelhaft eine leckere Sache ist, gibt es ja nicht viel Positives, was daran auszuloben ist.“

Weiter sagte er der FAZ, dass er sich vorstellen könne, das wir [die Rügenwalder Mühle] in 20 Jahren ohne Fleisch arbeiten werden oder zumindest bei einem Anteil von 50:50 stehen.

Ob es ihm dabei tatsächlich um die Gesundheit der Fleischesser*Innen geht sei mal dahin gestellt. Um die Tiere geht es ihm ja bekanntermaßen nicht. Das hat er 2015 in einem Spiegelinterview ja bereits dargelegt2. Zudem sind die meisten Veggie-Produkte vegetarisch. Das Grauen der Massentierhaltung also weiterhin für das Unternehmen völlig in Ordnung. Das Kükenschreddern ist hierfür nur ein Beispiel. Es bleibt dabei, es geht nur ums liebe Geld. Christian Rauffus bestätigt der FAZ schließlich auch, dass der Fleischverkauf stagniert, während der Umsatz mit fleischfreien Produkten stark angewachsen ist. Hier lässt sich eben noch ordentlich Geld verdienen. Und darum geht es nun einmal primär.

Natürlich ließ der Shitstorm auf diese Aussagen nicht lange auf sich warten. Schließlich sind derartige Worte ein Novum. Zumal aus den eigenen Reihen. Nur einen Tag später berichtete die FAZ, dass die ersten Landwirte bereits zum Boykott der Produkte der Rügenwalder Mühle aufrufen3. Herrlich, ob das der Anfang der Grabenkämpfe in der Fleischindustrie ist? Schön wär‘s…

Zum Schmunzeln fand ich übrigens den Wutanfall eines Landwirts, der sich etwas derart Gemeines nur anonym zu twittern traute:

„Vegane Fleisch- und Wurstattrappen sollten vom Zoll vernichtet werden.“

Die Angst vor dem sogenannten Veggieboom der letzten Jahre ist offenbar groß. Haha, das vegane Imperium ist nicht mehr aufzuhalten. Naja, da habe ich wohl irgendwas verpasst.

Quellen:

1. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/ruegenwalder-muehle-will-trend-zur-vegetarischen-wurst-ausbauen-14527466.html

2. http://www.veganrockcity.de/2015/04/16/vegan-wednesday-137-und-die-hippen-wurstfabrikanten/

3. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/ruegenwalder-muehle-bauern-wollen-veggie-wurst-boykottieren-14529211.html