Aug 22 2014

Konzertbericht: Converge live in Köln

Nachdem ich mir im letzten Jahr das Converge-Konzert in der Kölner Essigfabrik geschenkt habe, sahen die Voraussetzungen in diesem Jahr ganz anders aus. Einer meiner Lieblingsbands in einem meiner liebsten Schuppen? Klar, die Show im Kölner Underground durfte und wollte ich nicht verpassen. Schließlich ist die letzte Show im Underground, seinerzeit mit Oathbraker und Rise and Fall, in mehr als guter Erinnerung geblieben.

Converge, Okkultukrati, Martyrdöd
Köln, Underground – 07.08.2014

Um kurz vor acht standen wir auch schon vor der Bühne und eins war jetzt schon klar, der Name Converge hat nach wie vor Gewicht, denn das Underground war restlos ausverkauft. Doch bis zum Auftritt der Jungs aus Boston sollte noch ein wenig Zeit vergehen. Nun standen erst einmal Okkultukrati auf der Bühne. Die vier Norweger schmetterten dem Publikum dann auch gleich ein enorm krachiges Brett um die Ohren, das durchaus jede Menge Wums hatte. Doch zum einem war das insgesamt etwas eintönig und zum anderen konnte ich mit der verzerrten Stimme des Sängers nichts anfangen. Die passte sicherlich zum mystischen Bandnamen und verlieh den Songs einen düsteren Touch. Aber auch hier würde ein wenig Abwechslung den Songs sicherlich gut tun. Aber OK, Okkultokrati waren an diesem Abend der Opener und als Anheizer erfüllten die Jungs ihren Zweck definitiv.

Nur wenig später zeigten Martyrdöd, dass eine nicht minder krachige Mischung aus Crust und Hardcore durchaus abwechslungsreich sein kann und darüber hinaus, eher „crustuntypisch“, epische Längen erreichen kann, ohne auch nur einen Hauch von Langeweile zu versprühen. Zwei Aspekte, an der die meisten Crustcombos oftmals scheitern. Martyrdöd hingegen wissen auf voller Länge zu überzeugen und fegen einer Abrissbirne gleich mit brachialer Gewalt durch das Underground. Getragen von einem dreckigen Sound, einer angepissten fiesen Stimme und guten Gitarrenparts stampfen die vier Jungs aus Schweden durch ihr Set. Das ist richtig fett und kann einiges, vor allem die Häupter der meisten Zuschauer in Bewegung setzen. Starke Nummer, die nachhaltig daran erinnert mal in die bisherigen Outputs der Band reinzuhören.

In der folgenden recht langen Umbauspause füllt sich der Raum zunehmend. Ohne große Worte betreten Converge schließlich die Bühne und bereits bei den ersten Akkorden von Eagles Become Vultures ist die Atmosphäre im Underground am Kochen und die Menge am Toben. Leider geht die Stimme, besser das Geschrei, das Gekeife und die wenigen cleanen Vocals von Jacob Bannon in einem furiosen Gewitter aus Gitarre, Bass und Schlagzeug etwas unter. Doch Jacob Bannons Gestik und Gesichtsmimik, Ausdruck eines tiefen Weltschmerzes, sind schlicht beeindruckend und ziehen mich unweigerlich in ihren Bann. Dabei lässt es sich der Frontmann nicht nehmen, das Mirko immer wieder in die ersten Reihen zu halten und das Publikum die Vocals ins Mikro schreien zu lassen, während er selbst mit mitreißenden Gesten den Worten noch mehr Ausdruckskraft und Leben einhaucht, als diesen ohnehin schon innewohnt. Derweil fasziniert Kurt Ballou wie üblich mit seinem virtuosen Gitarrenspiel. Obwohl man es besser weiß hat man ständig das Gefühl zwei Gitarristen stehen auf der Bühne. Keine Ahnung was Kurt Ballou an seinem Instrument zaubert, doch das ist einfach jederzeit unglaublich. Bass und Schlagzeugspiel stehen dem in nichts nach und komplettieren eine vollends harmonische Einheit, die jederzeit Herr über dieses musikalische Chaos ist.

Die Songauswahl ist nicht minder überragend und reicht von alten Klassikern wie Axe To Fall über Grimm Heart, wie immer ein Garant für kalten Schweiß im Nackenbereich, bis hin zu neuen Songs wie All You Love You Leave Behind und Aimless Arrow. Nach knapp einer Stunde beenden die vier Jungs mit Concubine und Last Night ein intensives Liveerlebnis, das erneut seines Gleichen sucht.

“This is for the hearts still beating.” (aus Last Night, You Fail Me)

Converge zeigten an diesem Abend einmal mehr, dass der Name Converge auf jeder „Muss man live gesehen haben“-Liste nicht nur geschrieben sondern auch fett markiert werden sollte. Auch dann, wenn man die Jungs bereits mehrmals gesehen hat.


Jul 10 2014

hingehen: Converge live Sommer 2014

Auch in diesem Jahr packen Converge im heimischen Salem/Massachussetts wieder ihre Koffer und reisen für ein paar Konzerte nach Europa. Dabei machen die vier Jungs auch hierzulande halt, um im August bei einer kurzen Stippvisite drei kleine Clubs und zwei Festivalbühnen durch ein brachiales Mathcore-Gewitter in Schutt und Asche zu legen.

Bei den drei Clubshows in Köln, Salzburg und Stuttgart werden Converge von Martyrdöd (Crust/Hardcore) aus Schweden und Okkultokrati (Metal/Punk) aus Norwegen unterstützt. Das passt und man darf gespannt sein, ob die drei Schuppen diesen drei Naturgewalten standhalten.
hier die Tourdaten