Mai 10 2018

reinhören: closer – all this will be

closer_allThisWillBe_coverMit dem Begriff Screamo und wie er heutzutage verwendet wird, kann ich persönlich rein gar nichts anfangen. Oder besser gesagt nichts mehr anfangen. Denn all die heutigen Bands, die immer wieder mit dem Label Screamo versehen werden, haben mit eben jenen Bands, die Ende der Achtziger und in den Neunzigern den Sound für dieses Genre, das bisweilen auch unter dem Begriff Skramz betitelt wird, prägten, nur noch sehr wenig gemein. Wenn denn überhaupt. Zu den prägenden Combos zähle ich persönlich Bands wie Iconoclast und etwas später dann Heroin, Orchid, pg. 99 oder Portraits of Past. Allesamt Bands, die den ursprünglichen Geist des Emo weitergetragen haben. (Emo ist übrigens auch so ein Begriff, der in den letzten Jahren so sehr verbogen worden ist, dass vom Ursprung kaum etwas übrig geblieben ist. Aber lassen wir das.) Und so horche ich immer begeistert auf, wenn ich eine Band entdecke, die mich an die eben aufgeführten Bands erinnert. So wie Closer aus Brooklyn, New York. so klingt das Album


Mai 1 2018

Konzertwochenende mit Converge, Crowbar und A Place To Bury Strangers

Nach einer kurzen Konzertpause – es waren einfach keine Bands auf Tour, die ich mir gerne (wieder) ansehen wollte – gab es am vergangenen Wochenende gleich drei meiner Lieblingsbands an zwei aufeinander folgenden Tagen. Freitag Crowbar und Converge in Köln und A Place To Bury Strangers am Samstag in Dortmund. Leider mussten die Autoräder dafür auch knapp 300 Kilometer rollen. Spaß geht definitiv anderes. Aber dank der tollen Nahverkehrsanbindung in den Abendstunden auch ohne echte Alternative. So war ich dann auch Teil des üblichen Verkehrschaos am frühen Freitagabend. Stau ohne Ende und trotz einer Stunde geplanten Puffers Grave Pleasures in der Essigfabrik verpasst. Mist, die wollte ich unbedingt sehen. Und die Band nur beim Abbau zu beobachten ist nicht unbedingt das Gleiche. Verständlich. Somit erst einmal fett enttäuscht.

Converge_Ticket_Essigfabrik
so waren die Shows


Apr 3 2018

reinhören: lingua nada – snuff

Im 1971 erschienenen Fear and Loathing in Las Vegas (von Hunter S. Thompson) tauchten die beiden Hauptfiguren Raoul Duke und Dr. Gonzo (in der Verfilmung aus 1998 von Johnny Depp und Benicio del Toro gespielt) aufgrund massiven LSD-Konsums immer wieder tief ein in verstörende und skurrile Parallelwelten. Für Außenstehende waren diese zwar vorstellbar, aber nur schwer zu greifen. Dass es für derart bizarre Bilder keine berauschenden Mittel braucht, zeigen Lingua Nada nun auf ihrem kürzlich veröffentlichten Debütalbum. Das galt zwar bereits für die bisher veröffentlichen EPs, insbesondere für die Split mit Paan (Review). Mit Snuff treiben die vier Leipziger das jedoch bis ins Exzessive. Rückblickend der perfekte Soundtrack für den oben genannten oder vergleichbare Filme (wie Trainspotting). Oder für all diejenigen, für die musikalischen Grenzen ein Graus sind oder schlicht weg nicht existieren. Das Ergebnis, in Hypertension auf den Punkt gebracht: „I‘m on a trip, Sir!“ Nichts anderes ist dieses Album. Ein verdammt verrückter Trip.
so klingt das Album


Mrz 14 2018

Impressionen vom veganen MitmachBrunch Duisburg am 24.02.2018

Bevor es am 24.03. mit dem nächsten veganen MitmachBrunch in Duisburg weitergeht, gibt es hier für Euch als kleinen Appetizer noch einige Fotos vom letzten Brunch. Dieser hat am 24. Februar stattgefunden und stand ganz im Zeichen des achten Geburtstags des Brunchs. Das wurde natürlich ausgiebig gefeiert und zwar mit einem bunten Buffet, das zahlreiche vegane Leckereien im Angebot hatte. Davon könnt Ihr Euch im Folgenden selbst überzeugen, naja, zumindest optisch. Den knapp 70 Besucher*Innen war jedoch anzusehen, dass es allen geschmeckt hat. Und natürlich musste auch niemand hungrig nach Hause gehen.
hier gibt es die Bilder vom Brunch


Mrz 7 2018

reinhören: rolo tomassi – time will die and love will bury it

RoloTomassi_-TimeWillDieAndLoveWillBuryIt2015 war Rolo Tomassi (Review) definitiv eins der musikalischen Highlights. Der für Rolo Tomassi typische Mix aus Rock, Punk, Jazz, Synthie, Math- und Harcore hat schlicht bezaubert und gleichzeitig das gesamte Gefühlskorsett auf brachiale Weise auf links gedreht. Rund drei Jahre später erscheint nun das fünfte Studioalbum Time will die and love will bury it derBand aus Sheffield. Die vorab veröffentlichten Songs ließen bereits erahnen, dass erneut großes von Eva Spence, James Spence, Chris Cayford, Nathan Fairweather und Tom Pitts zu erwarten ist. Und um es vorweg zu nehmen, nichts anderes ist eingetreten.
so klingt das Album


Feb 8 2018

reinhören: listener ‎– being empty : being filled

Listener_BeingEmptyBeingFilledDan Smith redet und redet und redet. Zumeist ohne Punkt und Komma. Ohne Unterbrechung. Und tatsächlich, nun singt er auch. Damit wäre auch schon das Wichtigste zum neuen Album von Listener gesagt, wenn ich es mir denn einfach machen möchte. Aber das ist es nicht. Und würde Being Empty : Being Filled nicht einmal ansatzweise gerecht werden. Zeigen die Jungs doch wieder einmal, dass für sie ein neues Album nur ein weiterer Schritt ihrer musikalischen Entwicklung ist. Und wie im wahren Leben ist Stillstand oft gleichbedeutend mit Langeweile. Selbst dann, wenn der eigene Bandname immer wieder stellvertretend für ein ganzes Genre herhalten muss.
so klingt das Album