Immer wieder neue Platten. Immer noch ganz viele alte Platten. Und zu allen Scheiben gibt es was zu sagen. Hier eine Auswahl der Scheiben, die ich anderen Menschen ans Herz legen mag.

Feb 8 2018

reinhören: listener ‎– being empty : being filled

Listener_BeingEmptyBeingFilledDan Smith redet und redet und redet. Zumeist ohne Punkt und Komma. Ohne Unterbrechung. Und tatsächlich, nun singt er auch. Damit wäre auch schon das Wichtigste zum neuen Album von Listener gesagt, wenn ich es mir denn einfach machen möchte. Aber das ist es nicht. Und würde Being Empty : Being Filled nicht einmal ansatzweise gerecht werden. Zeigen die Jungs doch wieder einmal, dass für sie ein neues Album nur ein weiterer Schritt ihrer musikalischen Entwicklung ist. Und wie im wahren Leben ist Stillstand oft gleichbedeutend mit Langeweile. Selbst dann, wenn der eigene Bandname immer wieder stellvertretend für ein ganzes Genre herhalten muss.
so klingt das Album


Jan 18 2018

reinhören: stick to your guns – true view

StickToYourGuns_TrueView_ArtworkZugegeben, Stick To Your Guns haben mich musikalisch bisher nie sonderlich angefixt. Die Tatsache, dass jede bisher besuchte Show der Band einer Sportmarkenschuh- werbeveranstaltung glich, führte zudem zu einem gewissen Unbehagen mit der Folge keine weiteren Shows zu besuchen. Wohl wissend, dass viele Bands wie eben Stick To Your Guns diesen Unsinn gar nicht unterstützen. Dennoch, wohlgefühlt habe ich mich an solchen Abenden nie.

Textlich hingegen war ich immer ganz Ohr. Die sozialkritischen und politischen Songtexte von Sänger Jesse Barnett sind allemal lesenswert. Sich damit zu identifizieren fällt nicht schwer. so klingt True View


Jan 11 2018

reinhören: sect – no cure for death

SECT_NoCureForDeath_ArtworkMit sogenannten All-Star-Gruppen habe ich in der Regel ja so meine Probleme. Bekannte Namen oder Menschen aus heißgeliebten Bands führen schließlich nicht zwangsläufig zu einem guten Ergebnis. Meistens ist das eher enttäuschend. Ausnahmen gibt es jedoch immer. So war ich auch auf das neue Album von SECT gespannt. Wenn Kurt Ballou als Produzent und Chris Colohan als Sänger (Cursed, Burning Love, Left for Dead) ihre Finger im Spiel haben, werde ich dann doch hellhörig. Wobei das mit „Vegan Straight Edge Hardcore auch so eine Sache ist. Oft werden einfach immer die gleichen alten Phrasen wiederholt. Stupide Langweile ist irgendwann die Folge. SECT beschränken sich jedoch nicht nur auf die Themen Veganismus und Straight Edge, denn schließlich fordert so klingt No Cure For Death


Dez 21 2017

reinhören: converge – the dusk in us

Converge_TheDuskInUsDas Chaos in Perfektion. Nicht anderes zelebrieren Converge nun schon seit fast 25 Jahren in kompromissloser Brutalität. Selbst das beinahe schon zugängliche 2012er Werk All We Love We Leave Behind änderte daran rein gar nichts und ist rückblickend betrachtet nicht nur ein weiterer Meilenstein der Band, sondern ein weiterer in puncto extreme Musik. Zudem der Beweis, dass Hardcore, Grindcore und Metal nicht Stagnation bedeuten müssen. Es braucht nur Mut und den Willen über festgezurrte Grenzen hinauszugehen und diese neu zu setzen. Besser noch, diese einzureißen und fortan ohne derlei Zwänge den eigenen Weg gehen. Ben Koller, Kurt Ballou, Nate Newton und Jacob Bannon haben diesen bereits mit Petitioning the Empty Sky gefunden und kontinuierlich ausgebaut. Und so etwas wie Grenzen kennt dieser Weg nicht.
so klingt The Dusk In Us


Nov 27 2017

reinhören: fjørt – couleur

FJORT_COULEUR_CoverNach der im September veröffentlichten Hotelsession konnte die Vorfreude auf das neue FJØRT Album gar nicht größer sein. Waren doch visuelle wie musikalische Umsetzungen schlichtweg großartig. Selten wurde ein Album derart laut- und bildstark angeteasert. Schwarz malte, wer auf die noch größere Enttäuschung hinweisen wollte. Tatsächlich waren die Hotelsessions nur der Anfang von etwas ganz Großen. Couleur ist nicht weniger als das. Was anderes haben sich FJØRT aber auch nicht vorgenommen, „denn rückwärts, rückwärts war nie vorgesehen.“ (aus Südwärts)
so klingt das Album


Nov 8 2017

reinhören: kettcar – ich vs. wir

kettcar_Ich_vs_WirEin alltägliches Bild im Fußballstadion. Wieder einmal wird der Spieler mit einer anderen Hautfarbe als die eigene mit hasserfüllten Worten beschrien. Die Masse schweigt. Wer die passenden Kommentare für diese Worte findet, muss zur eigenen Sicherheit das Stadion verlassen. Fäuste sollen nicht fliegen. Und ja, eigentlich brauche ich den Scheiß hier nicht. Und komme dennoch wieder. Freue mich dann über das Banner auf der anderen Seite „Love Football, Hate Fascism“. Irgendwer schreit wieder „Scheiß Türke!“ Wieder einer, der es nicht kapiert. Wieder Stille. Kommentiert, bösen Blick geerntet. Doch keine Unterstützung. Wieder Zeit früher zu gehen. Nennt es feige, doch eine bessere Lösung habt Ihr nicht.

„Und als wir gemeinsam vor dem Radio saßen, die Aufstellung hörten und unser Abendbrot aßen, nahmst du meine Hand und sagtest: Liebling, ich bin gegen Deutschland“

so klingt das Album