Nov 27 2017

reinhören: fjørt – couleur

FJORT_COULEUR_CoverNach der im September veröffentlichten Hotelsession konnte die Vorfreude auf das neue FJØRT Album gar nicht größer sein. Waren doch visuelle wie musikalische Umsetzungen schlichtweg großartig. Selten wurde ein Album derart laut- und bildstark angeteasert. Schwarz malte, wer auf die noch größere Enttäuschung hinweisen wollte. Tatsächlich waren die Hotelsessions nur der Anfang von etwas ganz Großen. Couleur ist nicht weniger als das. Was anderes haben sich FJØRT aber auch nicht vorgenommen, „denn rückwärts, rückwärts war nie vorgesehen.“ (aus Südwärts)
so klingt das Album


Nov 8 2017

reinhören: kettcar – ich vs. wir

kettcar_Ich_vs_WirEin alltägliches Bild im Fußballstadion. Wieder einmal wird der Spieler mit einer anderen Hautfarbe als die eigene mit hasserfüllten Worten beschrien. Die Masse schweigt. Wer die passenden Kommentare für diese Worte findet, muss zur eigenen Sicherheit das Stadion verlassen. Fäuste sollen nicht fliegen. Und ja, eigentlich brauche ich den Scheiß hier nicht. Und komme dennoch wieder. Freue mich dann über das Banner auf der anderen Seite „Love Football, Hate Fascism“. Irgendwer schreit wieder „Scheiß Türke!“ Wieder einer, der es nicht kapiert. Wieder Stille. Kommentiert, bösen Blick geerntet. Doch keine Unterstützung. Wieder Zeit früher zu gehen. Nennt es feige, doch eine bessere Lösung habt Ihr nicht.

„Und als wir gemeinsam vor dem Radio saßen, die Aufstellung hörten und unser Abendbrot aßen, nahmst du meine Hand und sagtest: Liebling, ich bin gegen Deutschland“

so klingt das Album


Sep 22 2017

reinhören: hot water music – light it up

HOT-WATER-MUSIC-_LIGHT-IT-UP_ALBUMCOVERMit innig geliebten Bands ist das ja immer so eine Sache. Stets Feuer und Flamme, während gleichzeitig fast alles verziehen wird. In meinem Falle gilt das für Hot Water Music. Ende der Neunziger Anfang der Zweitausender einer der Punkrockbands überhaupt, die mir mit No Division (1999), A Flight And A Crash (2001) und Caution (2002) gleich mehrere tolle Alben und damit einhergehend eine ganze Reihe unvergesslicher Liveabende geschenkt haben. Doch mit dem Erfolg der genannten Alben und wohl auch durch das neue Label (Epitaph Records) änderte sich alles.
so klingt das Album


Aug 30 2017

reinhören: rorschach – remain sedate / protestant

Irgendwann Mitte der Neunziger überreichte mir ein Schulfreund ein Tape mit selbst beklebten Cover und meinte, das hier wäre das härteste und chaotischste was er bis dato gehört hätte. Da er neben Hardcore auch gerne mal Death Metal und Grindcore hörte, sollte das schon was heißen. Etwas skeptisch legte ich das Tape ins Deck und musste recht schnell zugeben, dass er mit keinem einzigen Wort übertrieben hatte. Was da aus den Boxen ballerte schmetterte mich buchstäblich an die Wand. Zunächst war ich schockiert. Nachdem ich mich erholt hatte, musste ich jedoch schnell eingestehen, dass ich einfach nur unglaublich begeistert war. Fortan betrachtete ich Hardcore mit ganz anderen Augen, denn eine derartige Power hatte ich auf einem Studioalbum bis dahin noch nicht erlebt. Verantwortlich dafür waren Rorschach und ihr Debütalbum Remain Sedate, das bereits 1990 auf Vermiform Records erschien.
so klingen die Alben


Jul 26 2017

reinhören: his hero is gone – fifteen counts of arson / monuments of thieves

HisHeroIsGone_FifteenCountsOfArsonObwohl nur knapp vier Jahre Mitte bis Ende der Neunziger aktiv, haben His Hero Is Gone nicht nur zwei Alben und einige 7inches veröffentlicht, die nicht nur einzigartig waren, sondern auch eine ganze Reihe von Bands maßgeblich beeinflusst. Das alles ohne auf gängige Massenmedien, Werbung, Interviews oder große Labels zu setzen. Vielmehr steigerte sich die Bekanntheit der Band fast allein durch Mund-zu-Mund Propaganda, einiger kleiner Szene-Fanzines sowie zahlreichen selbst bedruckten Shirts und Patches. Das in einer Zeit, in der viele Bands andere Wege gingen. Während 1997 das zweite und letzte Album Monuments of Thieves beispielsweise auf Prank erschien, veröffentlichte Victory Records Hatebreeds Sataisfaction is the Death of Desire und zeigte in der Folgezeit welch Kommerz in der Hardcoreszene bereits damals möglich war. so klingen die Scheiben


Jul 14 2017

reinhören: trainwreck – s/t (re-release)

Trainwreck_CoverartworkAls das Debüt von Trainwreck 2006 auf Yskalnari Records erschien gab es diesen Blog noch nicht. Daher auch keine Review. Das kürzlich erschienene Reissue via Moment Of Collapse ist daher die passende Gelegenheit noch einmal ein paar Worte über das erste Output einer der deutschen Hardcore-Bands zu verlieren. Ein Werk, dem zwei Alben (Of concrete Canyons and inner wastelands in 2009 und Old Departures New Beginnings in 2014), eine EP (If There Is Light It Will Find You in 2011) und zwei Split-Singles (2007 mit Comadre und 2008 mit Ghostlimb, Zann und Perth Express) folgen sollten. Daneben konnten wir uns weltweit bei nahezu 300 Konzerten von den (Live-) Qualitäten von Timo, Felix, Andi, Benni, Marc, Michael, Martin und Ralph fesseln lassen. Wer des letzte Konzert der Jungs am 17.10.2015 mit Svffer, Sleep Kit und Jungbluth im AZ Aachen – ihrer „Homebase“ – mitverfolgen konnte weiß, dass an diesem Abend eine großartige und mitreißende Band einen eben solchen Abschied gab.
so klingt das Album